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Neue Beweise gegen Angeklagten im Leipziger Prozess um zerstückelte Leiche

Neue Beweise gegen Angeklagten im Leipziger Prozess um zerstückelte Leiche

Der wegen Mordes und Zerstückelns einer Leiche angeklagte Benjamin H. hat die Spuren der Tat möglicherweise verschwinden lassen. Eine Sachverständige des Landeskriminalamts Sachsen (LKA) sagte am Montag vor dem Landgericht Leipzig, dass mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln, die im Handel erhältlich seien, Blutspuren sehr gut beseitigt werden könnten.

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Benjamin H. mit seinem Verteidiger Jens Mader im Leipziger Landgericht. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Solche Reiniger seien in der Wohnung des Angeklagten gefunden worden.

Dem im thüringischen Arnstadt geborenen Mann wird vorgeworfen, im Oktober 2011 einen Freund vergewaltigt, ihm die Genitalien abgeschnitten und ihn mit mehr als 20 Messerstichen getötet und anschließend zerstückelt zu haben. In der Wohnung des Freundes, wo der Mord passiert sein soll, habe eine Substanz, mit der Blutspuren nachgewiesen werden könnten, an vielen Stellen stark reagiert. Allerdings seien Blutspuren nur an wenigen Stellen entdeckt worden.

„Der Teppich, auf dem die Substanz stark angeschlagen hat, kann mit chlorhaltigen Reinigern so gereinigt worden sein, dass das Blut nicht mehr gesehen werden kann“, ergänzte die LKA-Expertin. Der Chlorreiniger selbst sei schon nach ein paar Tagen nicht mehr nachweisbar. Allein zwischen dem mutmaßlichen Todeszeitpunkt von Jonathan H. im Oktober 2011 und dem Entdecken der ersten Leichenteile im November 2011 verging rund ein Monat.

Laut einer Gutachterin des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Leipzig befanden sich an einem Brief, der in der Wohnung von Jonathan H. gefunden wurde, an mehreren Stellen DNA-Spuren des Angeklagten. Den Brief soll Benjamin H. geschrieben haben. Allerdings soll er vorgegeben haben, dass das Mordopfer den Brief verfasst habe und sich für ungewisse Zeit bei einem Freund befinde.

Ein Gutachter sagt hinter verschlossenen Türen aus

Bei der Vorstellung des Gutachtens des Rechtsmediziners Carsten Hädrich von der Universität Leipzig, der für sein Gutachten auch mit dem Angeklagten gesprochen hatte, wurde auf Antrag der Verteidigung die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Die Geheimhaltung sei erforderlich, um den Angeklagten zu schützen, sagte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf. Es bestehe die Gefahr der Anprangerung durch eine Veröffentlichung in den Massenmedien.

Bei der Befragung des Angeklagten durch die erste Strafkammer vor zehn Tagen war die Öffentlichkeit ebenfalls ausgeschlossen worden. Auch die Vorführung eines vierstündigen Videos, das die beiden Verteidiger des Angeklagten in der Untersuchungshaft aufgenommen haben - und in dem sich der 24-Jährige zu den Vorwürfen geäußert hat - war hinter verschlossenen Türen gezeigt worden. Dabei hatte der 24-Jährige nach Angaben des Landgerichts auch Angaben zum Tod seines damaligen Freundes gemacht, bei dem eine dritte Person nicht anwesend gewesen sein soll.

Für das Verfahren sind noch vier weitere Verhandlungstage vorgesehen.

Sven Eichstädt,dapd

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