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Notarzt-Einsatz bei Flatrate-Party im Felsenkeller – Sanitätsdienst mit Problemfällen überfordert

Notarzt-Einsatz bei Flatrate-Party im Felsenkeller – Sanitätsdienst mit Problemfällen überfordert

Insgesamt 30 Gäste einer Silvesterfeier im Leipziger Stadtteil Plagwitz mussten am Sonntagmorgen wegen übermäßigen Alkoholkonsums notärztlich behandelt werden.

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Blick auf den Haupteingang des früheren Ballhauses Felsenkeller an der Kreuzung zwischen Karl-Heine-Straße und Zschochersche Straße. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Wie es aus der Rettungsleitstelle der Feuerwehr hieß, ließ der Sanitätsdienst auf der professionell organisierten Feier im Felsenkeller gegen 2.20 Uhr medizinische Verstärkung rufen, weil die Zahl der problematischen Fälle unter den Besuchern nicht mehr zu bewältigen war. Wie der Veranstalter, die Moventertainment GmbH, gegenüber LVZ-Online mitteilte, habe es sich dabei aber nur um einen vorübergehenden Engpass gehandelt. Bei der Party unter dem Motto „silFESTer – kurz vor 12“ war neben der musikalischen Unterhaltung auch der unbegrenzte Zugang zu Getränken im Eintrittspreis inbegriffen.

Einige der nach Veranstalterangaben bis zu 1800 Gäste nutzten dieses Angebot offenbar über Gebühr aus. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Joachim Petrasch sollen beim Eintreffen der Rettungskräfte am historischen Plagwitzer Ballhaus überall auf dem Gelände betrunkene Menschen herumgelegen haben. Diese Darstellung wies der Veranstalter jedoch zurück. Gestürzte Gäste seien sofort zu den Sanitätern gebracht worden. Die herbei geeilten Notärzte konnten einem Großteil noch vor Ort helfen, insgesamt acht Jugendliche mussten jedoch ins Krankenhaus gebracht werden, sagte Petrasch gegenüber LVZ-Online.

Die Rettungskräfte seien zumindest gut auf solch eine Situation vorbereitet gewesen, erklärte der Feuerwehrsprecher. Denn nach einem ähnlichen Vorfall vor zwei Jahren bei einer so genannten Flatrate-Party auf dem Gelände der Leipziger Agra standen in der Silvesternacht vorsorglich mehr Notärzte und Rettungswagen bereit als üblich.

Der Veranstalter ließ nach eigenen Angaben als Reaktion auf einen drohenden Abbruch der Silvesterparty ab etwa 3.30 Uhr keinen Alkohol mehr an offensichtlich Betrunkene ausschenken. In einer auf ihrer

Facebook-Seite veröffentlichten Mitteilung

erklärten die Organisatoren am Montag, dass eine Vielzahl der Gäste schon stark alkoholisiert zur Veranstaltung erschienen sei und dass neben übermäßigem Alkoholkonsum möglicherweise auch weitere Drogen zu den Ausfällen geführt hätten.

„Es hat den Gästen natürlich nicht so gut gefallen, dass wir keinen Alkohol mehr ausgeschenkt haben, obwohl sie Geld dafür bezahlt haben“, sagte ein Moventertainment-Sprecher. Zum Wohle der gesamten Veranstaltung sei dann aber auch die Musik langsam heruntergefahren worden. Die Situation habe sich schnell entspannt.

Das Ordnungsamt habe für die Nutzung des Felsenkellers nur bautechnische und Brandschutz-Vorgaben gemacht, hieß es beim Veranstalter. Auflagen zur Menge des ausgeschenkten Alkohols habe es im Vorfeld seitens der Stadt nicht gegeben.

Erstaunt zeigte sich der Moventertainment-Sprecher über die Regelungen im Rettungswesen. Seinen Angaben zufolge hatten die Johanniter – als für die Veranstaltung zuständiger Sanitätsdienst – die stark Betrunkenen nicht abtransportiert, weil diese dann im Krankenhaus nicht als Notfall eingestuft würden. Dies sei nur bei Fahrten des Rettungsdienstes der Fall. „Das habe ich vorher nicht gewusst und ich war schockiert, als ich davon erfahren habe“, sagte der Sprecher. Die Johanniter hätten die Betrunkenen deshalb zunächst vor Ort behandelt.

Die Ausrichtung einer Flatrate-Party sieht der Veranstalter als „Gratwanderung“. Es sei die Mentalität der Jugend und die Besucher verlangten danach. Die Firma habe seit vier Jahren Erfahrung mit Silvester-Feiern, das Personal sei geschult. Im Vergleich zur Gesamtzahl der Besucher sei außerdem der Prozentsatz der zu Behandelnden gering. „Bisher war es noch nicht so extrem, aber vielleicht gibt es ein Umdenken“, sagte der Moventertainment-Sprecher.

mpu/maf

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