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Notorischer Dieb und Betrüger gibt sich als sein Stiefbruder aus

Notorischer Dieb und Betrüger gibt sich als sein Stiefbruder aus

Wann immer er auch in eine Polizeikontrolle geriet: Johannes R. gab sich als sein Stiefbruder aus. "Ich habe nicht über die Folgen für ihn nachgedacht. Es tut mir leid", sagte der 31-Jährige, der sich gestern wegen immerhin 125 Straftaten verantworten musste, am Landgericht.

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Ein 31-Jähriger musste sich am Landgericht wegen 125 Straftaten verantworten.

Quelle: Uli Deck

Leipzig. Um Geld für seinen Lebensunterhalt sowie für Drogen zu beschaffen, war der Angeklagte 2012 und 2013 "sehr aktiv", so Staatsanwalt Nico Teske.

Beim Diebstahl von Fahrrädern (zum Beispiel bei BMW), Fahrradteilen oder bei Einbrüchen unter anderem in einen Bauwagen der Stadt Leipzig Ende 2012 in der Kleiststraße stellte sich R. mit Werkzeug sogar recht geschickt an, so dass der Staatsanwalt gestern meinte: "An Ihnen ist ein Handwerker verloren gegangen." Aufgrund der Vielzahl der Straftaten - manchmal zehn bis 20 gleich am Stück - wollte der Ankläger wissen: "Hatten Sie denn gar keine Skrupel? Sind Sie völlig empathielos? Sie laufen doch nicht als Roboter durch die Welt?!" Dazu blieb der ansonsten redegewandte Beschuldigte allerdings einsilbig: "Ich habe mir keine Gedanken gemacht."

Etliche Einbrüche betrafen auch Briefkästen von Mehrfamilienhäusern. Objekte der Begierde: Die von Banken verschickten EC-Karten. "Wenn man das eine Weile macht, erkennt man solche Umschläge auf Anhieb", so der Angeklagte. Mit den gestohlenen Karten kaufte R. dann hemmungslos ein. Vor allem Bekleidung und auch Tankgutscheine, die er dann bei seinem Drogendealer gegen Crystal eintauschte. Aber auch für den Eigenbedarf setzte er die Geldkarten ein. Am 4. Mai vorigen Jahres hatte er - wiederum in der Hoffnung auf derlei Beute - in der Tschaikowskistraße gleich ein Post-Fahrrad samt Ladung geklaut. Das war aber "nicht handlich", so dass seine Flucht damit misslang. Als Passanten ihn festhielten, biss er sie und schlug um sich. Und den Polizeibeamten gegenüber stellte er sich dann wiederum als Felix G. (so der Name des Stiefbruders) vor. "Ich hatte noch eine Geldstrafe offen, wollte aber nicht in den Knast einfahren, um die Ersatzfreiheitsstrafe abzusitzen", erklärte Johannes R. gestern sein Motiv. Letztlich aber kam der schon gut ein Dutzend Mal Vorbestrafte damit nicht mehr durch - und doch hinter Gitter. Wegen seiner aktuellen Serie drohe ihm nun, so gestern der Vorsitzende Richter Berthold Pfuhl, eine Strafe von fünf Jahren bis zu fünf Jahren, acht Monaten, wobei R. laut Gutachten aufgrund seiner Drogensucht als vermindert schuldfähig gilt. Urteil: voraussichtlich am 23. September.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.09.2014

Sabine Kreuz

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