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Notwehr statt Mordversuch in Leipzig-Kleinpösna: Ermittlungen gegen Messerstecher eingestellt

Mysteriöser Fall abgeschlossen Notwehr statt Mordversuch in Leipzig-Kleinpösna: Ermittlungen gegen Messerstecher eingestellt

Lange Zeit war die Bluttat an der Bushaltestelle in Althen-Kleinpösna für die Ermittler ein Rätsel – jetzt ist der mysteriöse Fall aus dem Jahr 2015 abgeschlossen.

Tatort Bushaltestelle: Die mit Ketchup auf den Boden geschmierten Schriftzüge „Drogen“ sowie „B+S“ stehen laut Polizei nicht mit dem Fall in Verbindung.
 

Quelle: Polizei

Leipzig.  Lange Zeit war die Bluttat an der Bushaltestelle in Althen-Kleinpösna für die Ermittler ein Rätsel – jetzt ist der mysteriöse Fall aus dem Jahr 2015 abgeschlossen. Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag auf Anfrage der LVZ mitteilte, wurde das Verfahren gegen den 17-jährigen Messerstecher mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.

Dabei hatte die Kripo zunächst sogar wegen versuchten Mordes ermittelt. Das spätere Opfer (19), so hieß es, habe am 11. April zwischen 22.45 und 23 Uhr in der Bushaltestelle an der Dorfstraße des idyllischen Ortsteiles eine Unbekannten angesprochen, der dort saß. Dieser soll dann aufgestanden sein und auf den Jugendlichen eingestochen haben. Aus welchem Grund, war zunächst völlig unklar.

Der 19-Jährige erlitt durch die Attacke unter anderem schwerwiegende Verletzungen im Bauchbereich und kam in lebensbedrohlichem Zustand in ein Krankenhaus. Umfassende Ermittlungen und Zeugenaussagen führten im Mai schließlich zu dem 17-jährigen Tatverdächtigen. Doch dieser schilderte seine Tat gegenüber der Kripo als Notwehrhandlung.

 Schon damals hielt die Staatsanwaltschaft die Aussagen des Teenagers und sein sonstiges Verhalten für glaubwürdig. Deshalb hatte die Ermittlungsbehörde trotz der Bluttat keinen Haftbefehl gegen den bislang unbescholtenen Leipziger beantragt. Gleichwohl dauerte es noch einige Monate, bis die Akten nun geschlossen wurden. „Nach Abschluss umfangreicher Ermittlungen konnte nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschuldigte sich in einer Notwehrsituation befand und berechtigt von seinem Notwehrrecht Gebrauch gemacht hat“, teilte Staatsanwältin Jana Friedrich am Freitag mit. „Die Einlassung des Beschuldigten, wonach er sich unmittelbar vor der eigenen Handlung eines Angriffs durch den später Geschädigten gegenüber sah, konnte nach Ausschöpfung aller Ermittlungsmöglichkeiten nicht widerlegt werden.“ Dass er seinen zwei Jahre älteren Kontrahenten mit einem Messer verletzte, wertete die Behörde als „ein geeignetes Mittel, um den Angriff abzuwehren“. Es sei erforderlich gewesen, „da diese Art der Abwehr das einzige dem Beschuldigen in der konkreten Situation zur Verfügung stehende Mittel zur Ermöglichung der Flucht war“. Die Staatsanwaltschaft beruft sich in diesem Fall auf den Notwehr-Paragrafen des Strafgesetzbuches: „Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig. Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.“

Von Frank Döring

Leipzig Dorfstraße 51.309053 12.516677
Leipzig Dorfstraße
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