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OLG-Entscheid: Leipziger Hells Angel bleibt in Haft

Schießerei in Eisenbahnstraße OLG-Entscheid: Leipziger Hells Angel bleibt in Haft

Die tödliche Schießerei zwischen Hells Angels und United Tribuns in der Leipziger Eisenbahnstraße ist jetzt zu einem Fall für das Oberlandesgericht geworden: Es musste entscheiden, ob der mutmaßliche Todesschütze Stefan S. (31) in Haft bleibt.

Das Oberlandesgericht entschied, dass ein unter Mordverdacht stehender Hells Angel in Haft bleibt.

Quelle: dpa

Leipzig. Die tödliche Schießerei zwischen Hells Angels und United Tribuns in der Leipziger Eisenbahnstraße ist jetzt sogar zu einem Fall für das Oberlandesgericht (OLG) geworden: Weil der mutmaßliche Todesschütze Stefan S. (31) von den Leipziger Hells Angels bereits länger als sechs Monate in Untersuchungshaft sitzt, stand nach Ablauf der Frist eine gesetzliche Haftprüfung an. Denn laut Strafprozessordnung darf die Untersuchungshaft auch bei gravierenden Straftaten nur in Ausnahmefällen länger als ein halbes Jahr dauern, „wenn die besondere Schwierigkeit oder der besondere Umfang der Ermittlungen oder ein anderer wichtiger Grund das Urteil noch nicht zulassen und die Fortdauer der Haft rechtfertigen“. Das Gericht in Dresden ordnete nun an: Der wegen Mordverdachts seit 26. Juni 2016 inhaftierte Höllenengel muss hinter Gittern bleiben, wie Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz auf LVZ-Anfrage mitteilte.

Auch weitere drei Hells Angels sind im Zuge des Ermittlungsverfahrens bereits inhaftiert worden. Darunter auch der frühere Boss des inzwischen aufgelösten Leipziger Charters des Rockerclubs, Marcus M. (34). Der wegen des dringenden Tatverdachts des gemeinschaftlichen Mordes europaweit gesuchte Mann wurde Ende Januar von Spezialeinsatzkräften der Polizei von Wien, wo er festgenommen worden war, nach Sachsen zurückgebracht (die LVZ berichtete). Er kam zur Untersuchungshaft nach Zwickau.

Die beschuldigten Rocker sollen an der ­Schießerei zwischen Hells Angels und United Tribuns (UT) am 25. Juni 2016 in der Eisenbahnstraße beteiligt gewesen sein. Der Türke Veysel A. (27), Anwärter bei den UT Iron City, kam dabei ums Leben, zwei UT-Mitglieder (31, 34) erlitten schwere Verletzungen. Deshalb wird auch wegen zweifachen Mordversuchs ermittelt.

Unmittelbar danach war lediglich gegen Stefan S. Haftbefehl erlassen worden. Marcus M., der sich kurz darauf der Polizei gestellt hatte, saß zunächst nur bis 12. Juli 2016 in Untersuchungshaft. Ihm war zur Last gelegt worden, „ebenfalls Schüsse mit Tötungsvorsatz auf andere Personen abgegeben zu haben“. Doch dann kam er überraschend wieder frei. „Auf Grundlage der vorliegenden kriminaltechnischen Untersuchungsergebnisse sowie im Ergebnis weiterer Ermittlungen besteht gegen den Beschuldigten derzeit kein dringender Tatverdacht des gemeinschaftlichen Mordes und des versuchten gemeinschaftlichen Mordes in zwei Fällen mehr“, hieß es damals.

Eine Einschätzung, die sich offenbar aufgrund weiterer kriminaltechnischer Anhaltspunkte später als unzutreffend herausstellte. Nunmehr rechnen die Behörden dem Vernehmen nach mit keinen weiteren Überraschungen. „Die Staatsanwaltschaft strebt den zeitnahen Abschluss der Ermittlungen an“, so Oberstaatsanwalt Schulz. „Eine Anklage ist aber noch nicht erhoben worden.“

Von Frank Döring

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