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Opa missbraucht Enkelin – Bewährungsstrafe für Leipziger

Prozess am Amtsgericht Opa missbraucht Enkelin – Bewährungsstrafe für Leipziger

Er ist ihr Opa – und seit Frühjahr 2015 auch ihr schlimmster Alptraum: Am 16. Mai wurde die damals sechsjährige Jennifer (*) in einem Gewerbegebiet bei Baalsdorf von ihrem Großvater Bernd K. (53) sexuell missbraucht. Gestern wurde der Holzhausener deshalb am Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Amtsgericht verurteilte den Sex-Täter zu einer Bewährungsstrafe.

Quelle: LVZ

Leipzig. Er ist ihr Opa – und seit Frühjahr 2015 auch ihr schlimmster Albtraum: Am 16. Mai wurde die damals sechsjährige Jennifer (*) in einem Gewerbegebiet bei Baalsdorf von ihrem Großvater Bernd K. (53) sexuell missbraucht. Gestern wurde der Holzhausener deshalb am Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Es war ein Nachmittag, an dem die Familie im Garten grillte. Und es war das erste Mal, dass Bernd K. mit seiner Enkeltochter allein war. Laut Anklage fuhr er mit ihr zu diesem Gewerbegebiet, steuerte seinen Ford Focus zu einer abgelegenen Stelle. Hier verging er sich an ihr, schilderte Staatsanwältin Ingrid Schmitz. Die Kleine musste demnach Oralverkehr über sich ergehen lassen und wurde gezwungen, den Mann mit der Hand zu befriedigen.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit legte Bernd K. gestern ein Geständnis ab. Allerdings muss er dabei auch davon gesprochen haben, dass seine Enkelin bei dem sexuellen Übergriff in gewisser Weise freiwillig mitgemacht habe. Dem widersprach Richterin Martina Kadler-Orthen später energisch. Eine Sechsjährige sei noch gar nicht in der Lage, solche Entscheidungen zu treffen. „Sie sollten sich bewusst machen, was Sie Ihrer Enkeltochter angetan haben“, sagte die Richterin zum Angeklagten. „Sie haben das Kind zum Sexualobjekt degradiert.“

Gleichwohl rechnete sie Bernd K. an, dass durch sein Geständnis dem Mädchen eine Vernehmung in der Hauptverhandlung vor Gericht erspart blieb. „Welche psychologischen Folgen die Tat für das Kind haben wird, ist derzeit noch nicht absehbar“, so Kadler-Orthen. Wie Jennifers Mutter Franziska K. der LVZ sagte, sei deutlich zu spüren, wie die Erinnerungen an das furchtbare Erlebnis in der Kleinen arbeiten. Deshalb sei nun wohl eine Therapie notwendig.

Bernd K. hatte sich nach der Tat selbst bei der Polizei gestellt. Zu diesem Zeitpunkt wusste jedoch seine Tochter über den Missbrauch schon Bescheid. Jennifer hatte sich ihrer Mutter offenbart. Franziska K. habe „die Loyalität zur Familie nicht über das Wohl ihrer Tochter gestellt“, sagte die Richterin. „Das ist bei solchen Fällen keinesfalls selbstverständlich.“

Gewiss hat das aber auch etwas mit den eigenen Erfahrungen der jungen Mutter zu tun. Wie Franziska K. der LVZ berichtete, sei sie selbst jahrelang von ihrem Vater misshandelt worden. „Ich bin durch die Hölle gegangen“, sagte sie. „Das ging los, seit ich denken kann, bis zu meinem 15. Lebensjahr, als ich zu Hause ausgezogen bin.“ Weder von ihrer Mutter noch von Schule oder Jugendamt habe sie damals Hilfe bekommen. „Und schließlich wurde meine Anzeige wegen Verjährung nicht verfolgt“, so Franziska K. Mithin ist ihr Vater Bernd K. auch nicht vorbestraft.

Gestern verurteilte ihn das Gericht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. Außerdem soll der Zeitarbeiter einen Geldbetrag von 1000 Euro an das Tabaluga-Kinderheim zahlen.

Für die Opfer sind mit dem Urteil gewiss nicht alle Wunden verheilt. „Aber ich fühle mich jetzt etwas erleichtert“, so Franziska K. nach dem Prozess.

*Name geändert

Von Frank Döring

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