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Opfer nach Explosion in Mockau identifiziert - Leipziger Imam trauert um verunglückten Cousin

Opfer nach Explosion in Mockau identifiziert - Leipziger Imam trauert um verunglückten Cousin

Leipzig. „Die Lage ist so schlimm. Mein Herz ist verletzt“, sagt der Leipziger Imam Hassan Dabbagh. Bei der Explosion einer Bäckerei im Leipziger Stadtteil Mockau ist am Mittwoch ein Cousin des umstrittenen Predigers ums Leben gekommen.

Das bestätigte Dabbagh, der sich bereits kurz nach der Katastrophe vor Ort über die Ausmaße informierte. Über das Unglück hatten ihn Freunde informiert.

„Er war ein ruhiger Mann, der nie Probleme hatte und sich um seine Familie gekümmert hat“, berichtet der Imam über das Opfer. „Er besuchte auch manchmal meine Moschee“, so Dabbagh gegenüber LVZ-Online.

Seit Donnerstag kümmert er sich nun um die Familie seines Cousins. Mohammed D. hinterlässt Frau und drei Kinder im Alter von 2, 10 und 12 Jahren – ein Junge und zwei Mädchen. „Alle sind schockiert, für die Ehefrau musste mehrmals der Notarzt geholt werden“, sagt der Prediger. Immer wieder sei die Witwe aufgrund der schrecklichen Nachricht zusammengebrochen.

„Die armen Kinder wissen noch nichts davon. Kulturmäßig werden es ihnen die Frauen erklären“, berichtet Dabbagh. Familienangehörige aus Syrien hätten bereits von dem Tod erfahren. „Das ist ein schwerer Schock. Seitdem sie es wissen, rufen sie ununterbrochen an und erkundigen sich“, so der Muslim. Er handle jetzt als Imam und werde die religiöse Verantwortung, also die üblichen Rituale, der Bestattung organisieren.

Nach der Obduktion hat die Polizei am Donnerstagnachmittag die Identität des Toten bestätigt. Der 51-jährige Mohamed D. sei anhand seiner Fingerabdrücke identifiziert worden. Eine DNA-Analyse stehe noch aus. Und auch die genaue Todesursache konnte noch nicht geklärt werden.

Spezialisten suchen Unglücksursache

Indes ging am Vormittag die Suche nach der Explosionsursache in der Bäckerei weiter. Spezialisten der Kriminalpolizei sicherten Spuren in Mockau. Zwischen den eingestürzten Wänden fanden sie Teile eines Gasrohres.

Die an der eingestürzten Bäckerei angrenzende Wäscherei hat indes ihre Arbeit wieder aufgenommen. „Wir haben die erlösende Nachricht bekommen, dass unser Gebäude von der Statik her keine Schäden genommen hat“, sagt Inhaber Wolfgang Engel am Mittag erleichtert. „Das war eine schlaflose Nacht für uns alle.“

Bei der Explosion am Mittwoch war Engel gerade unterwegs. Drei seiner Kollegen seien in der Wäscherei gewesen. „Zum Glück haben sie zu dem Zeitpunkt nicht an der Mangel gearbeitet, denn die steht genau am Fenster, das komplett kaputt ging“, berichtet Engel.

Der Wäschereiinhaber beschreibt den ums Leben gekommenen Syrer als sehr netten und freundlichen Mann, der immer mal in seinem Laden vorbeischaute und auch am Wochenende mit Freunden im Hof saß. Bevor Mohammed D. die Bäckerei aufbaute, soll er in dem Gebäude versucht haben, Backlawa, ein Gebäck aus dem Orient, zu produzieren.

Während vor Ort weiter intensiv ermittelt wird, schauen immer wieder Passanten und Besucher des benachbarten Discountmarktes vorbei. „Ich wollte eigentlich gestern gegen 14 Uhr mein Wasser hier einkaufen. Zum Glück habe ich das gelassen“, sagt der 81-Jährige Lothar Rosenow bestürzt.

Die Explosion in dem Hinterhauses an der Ecke Mockauer Straße / Rosenowstraße hatte sich am Mittwoch gegen 14.20 Uhr ereignet. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte rückten zu einem Großeinsatz aus. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei handelte es sich um einen tragischen Unfall.  

Auch das Landeskriminalamt und das Innenministerium sind in den Fall eingebunden. Da es bislang jedoch keine Hinweise auf einen kriminellen Hintergrund gibt, wurden die Behörden lediglich informiert.

Annett Böhm/chl

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