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Opfer von Straftaten verzichten oft auf Anzeige

Sicherheitsumfrage in Leipzig Opfer von Straftaten verzichten oft auf Anzeige

Mehr als ein Drittel der Leipziger sind in den vergangenen zwölf Monaten Opfer einer Straftat geworden. Allerdings tauchen viele Straftaten gar nicht in der Kriminalstatistik auf, weil sie nicht angezeigt werden.

Viele Straftaten in Leipzig werden von den Opfern gar nicht angezeigt.

Quelle: dpa

Leipzig. Mehr als ein Drittel der Leipziger sind in den vergangenen zwölf Monaten Opfer einer Straftat geworden. Dies geht aus der aktuellen Umfrage zur Sicherheit in Leipzig hervor. Allerdings tauchen viele Straftaten gar nicht in der Kriminalstatistik auf, weil sie nicht angezeigt werden. So gaben 36 Prozent der befragten Bürger zwischen 18 und 85 Jahren an, ein oder mehrmals durch kriminelle Handlungen wie Autoaufbrüche oder Wohnungseinbrüche materiell betroffen gewesen zu sein. Bei der letzten Umfrage 2011 waren es 32 Prozent. 38 Prozent waren durch Straftaten wie Belästigungen, Überfälle oder Körperverletzungen sozial betroffen (2011: 25 Prozent).

Stark zugenommen haben insbesondere Beschimpfungen und Pöbeleien in der Öffentlichkeit. 32 Prozent der Befragten (2011: 20 Prozent) hatten darunter zu leiden. Unter jungen Erwachsenen sowie Arbeitslosen musste sogar jeder Zweite derartige Erfahrungen machen. Das Auto wurde bei 26 Prozent der befragten Einwohner beschädigt, 30 Prozent mussten den Diebstahl oder die Beschädigung ihres Fahrrads hinnehmen. Ein zunehmendes Problem besonders für junge Frauen sind sexuelle Übergriffe sowie Überfälle in Bussen und Straßenbahnen. So gaben 19 Prozent der Befragten zwischen 18 und 29 Jahren an, in den vergangenen zwölf Monaten sexuell belästigt worden zu sein, 18 Prozent wurden in öffentlichen Verkehrsmitteln angegriffen.

Bemerkenswert: Teilweise nur ein Bruchteil der tatsächlich vorgekommenen Straftaten wird auch angezeigt, so dass viele Delikte gar nicht von der Kriminalitätsstatistik erfasst werden. „Am häufigsten werden Straftaten angezeigt, wenn sie neben der Schwere des Delikts Grundlage für Versicherungsentschädigungen sind“, heißt es im Abschlussbericht zur Sicherheitsumfrage. „Dies trifft insbesondere auf Wohnungseinbrüche, Raub in der Öffentlichkeit oder Diebstahl aus dem Auto und von Zweirädern zu.“ So haben der Umfrage zufolge 73 Prozent der Opfer von Wohnungseinbrüchen Anzeige erstattet, bei Raub waren es 69 Prozent. Deutlich geringer ist der Anteil, wenn es beispielsweise um Körperverletzungsdelikte geht. Lediglich 35 Prozent der Opfer wenden sich deshalb an die Polizei. „Inwieweit hier der Aufwand einer Anzeige, eine Täter-Opfer-Beziehung oder die Angst vor weiteren Bedrohungen eine Rolle spielen, stand nicht im Fokus der Analyse“, heißt es in der Sicherheitsumfrage. Opfer von sexuellen Belästigungen erstatten fast nie Anzeige. Nur fünf Prozent der Befragten tun dies. Bei Pöbeleien in der Öffentlichkeit sind es gerade mal drei Prozent – obwohl mehr als ein Drittel der Leipziger Opfer davon wurde. Hier bestehe die Vermutung, dass die Betroffenen solche Attacken als Bagatelldelikte ansehen. Doch auch Überfälle in Bussen und Bahnen werden nur in zwei Prozent der Fälle angezeigt. Bei Anzeigen zu sexueller Nötigung sind die Nennungen in der Sicherheitsumfrage derart gering, dass gar kein Prozentwert ermittelt werden konnte. Weshalb viele Leipziger auf eine Anzeige verzichten, wurde zuletzt 2007 gefragt. 61 Prozent sagten: „Es bringt sowieso nichts.“

Von Frank Döring

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