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Paar gesteht Kinderporno-Fotos von siebenjährigem Mädchen

Erster Prozesstag am Landgericht Leipzig Paar gesteht Kinderporno-Fotos von siebenjährigem Mädchen

Der Vorwurf klingt ungeheuerlich: Ein Pärchen hat Anfang dieses Jahres in einer Wohnung in Paunsdorf die kleine Tochter einer Freundin betäubt, um in Ruhe Kinderporno-Fotos schießen zu können.

Prozessauftakt am Landgericht Leipzig.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Der Vorwurf klingt ungeheuerlich: Ein Pärchen hat Anfang dieses Jahres in einer Wohnung in Paunsdorf die kleine Tochter einer Freundin betäubt, um in Ruhe Kinderporno-Fotos schießen zu können. Das Geständnis der beiden Angeklagten – inzwischen nicht mehr liiert – fiel Dienstag am Landgericht denkbar knapp aus. „Mein Mandant war derjenige, der Schlafmittel mitbrachte, gemeinsam wurde dann der Tee gekocht“, sagte Verteidiger Ingo Stolzenburg im Namen von Mario W. (43). Fragen wollte der Beschuldigte im Anschluss an diese Erklärung nicht beantworten. Und auch seine Ex-Partnerin Monika G. (43) ließ ihren Rechtsbeistand sprechen: „Frau G. gesteht vollumfänglich“, so Anwältin Jana Allisat.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem beschuldigten Duo angelastet, dem sieben Jahre alten Mädchen zwischen dem 9. und 11. Januar 2015 Schlafmittel in den Tee geschüttet, es dann gemeinsam entkleidet und missbraucht zu haben. Bei dem Opfer handelt es sich um die Tochter einer einst guten Freundin der angeklagten Monika G. – beide Frauen kannten sich seit vielen Jahren. Sie stammten aus demselben Ort nahe Leipzig, waren zur Tatzeit Nachbarn in der Heiterblickallee.

Laut Staatsanwältin Antje Gasser fotografierten die Beschuldigten das Kind und verschickten die Sex-Bilder an Chatpartner. Bereits am 17. Dezember 2014 soll Monika G. – diesmal ohne den Mitangeklagten – die schlafende Kleine in verschiedenen Sex-Posen geknipst und die Aufnahmen anderen Kommunikationspartnern im sozialen Netzwerk Jappy zur Verfügung gestellt haben. „Verstöße werden häufig von Mitgliedern gemeldet“, sagte der Justiziar der Internet-Community. Im konkreten Fall sei man aber über einen Chatpartner von Monika G., der bereits unter Verdacht stand, aufmerksam geworden. Aufgrund der Bilder sei ihm, so der Zeuge, klar geworden, „das ist echter Missbrauch“. Wegen „Gefahr im Verzug“ sei bei der Polizei und beim Bundeskriminalamt Anzeige erstattet worden. „Das Profil der Frau wurde sofort gesperrt.“ Dieses Verhalten lobte der Vorsitzende Richter Norbert Göbel mehrfach ausdrücklich.

Beide Beschuldigte kamen Anfang des Jahres in Untersuchungshaft. Während Mario W. derzeit wegen einer anderen Sache inhaftiert ist, befindet sich Monika G. momentan – nach einer Haftprüfung – auf freiem Fuß. Nach der am Dienstag bereits vom Gericht in Aussicht gestellten Freiheitsstrafe wird sie aber wieder hinter Gitter müssen. Nach einem Rechtsgespräch mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung kündigte Richter Göbel eine Gesamtfreiheitsstrafe zwischen vier und viereinhalb Jahren an. Auf den Mitangeklagten kommen dreieinhalb bis maximal vier Jahre Haft zu.

Das Ex-Paar muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Staatsanwältin hatte beiden zudem das Verbreiten und Verschaffen kinderpornografischer Schriften angelastet. Diese Verfahren wurden bereits eingestellt. Urteil: voraussichtlich am 25. November.

 

 

Von Sabine Kreuz

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