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Paar überwältigt Einbrecher in Leipziger Keller – Frau lebt noch heute in Angst

Paar überwältigt Einbrecher in Leipziger Keller – Frau lebt noch heute in Angst

Noch immer plagt Juliane H. große Angst. "Ich gehe auch nicht mehr in den Keller hinunter", so die 28-jährige Altenpflegerin. Ein unschönes Erlebnis vom Buß- und Bettag des vorigen Jahres, als sie mit ihrem Lebenspartner im Wohnhaus einen Einbrecher auf frischer Tat ertappte und bis zum Eintreffen der Polizei festhielt, löste bei ihr ein Trauma aus.

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Symbolfoto

Quelle: dpa

Leipzig. "Der Mann wirkte sehr aggressiv, hat auch mir gegenüber ein Messer erhoben und damit gedroht." Als sie nun diesem Mann gestern am Landgericht erneut begegnete (sie saß am Zeugentisch, er in unmittelbarer Nähe auf der Anklagebank), wirkte sie ausgesprochen angespannt und konnte sich an viele Details nicht mehr erinnern. "Ich bin sehr aufgeregt", fügte sie zur Erklärung hinzu. Der Angeklagte - ein 26 Jahre alter Leipziger, der seit seiner Festnahme justament an jenem 20. November 2013 in Untersuchungshaft sitzt - hatte zuvor im Wesentlichen ein Geständnis abgelegt, seine Rolle aber offenbar verharmlost. Maik T., eigenen Angaben zufolge drogenabhängig, suchte an jenem Abend gegen 22 Uhr in dem Mehrfamilienhaus in Neustadt-Neuschönefeld nach einigermaßen wertvollen Dingen, um sie zu verhökern - und von dem Erlös Rauschgift zu kaufen.

Weil schon öfter in den Keller des Altbaus an der Margaretenstraße eingebrochen worden war, hatte sich Nader H. (45), der Lebensgefährte von Juliane H., angewöhnt, jeden Abend einen Rundgang zu machen und nach dem Rechten zu sehen. Als der Ingenieur den Einbruch feststellte, rief er seine Partnerin hinzu. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Angeklagte schon etliche Dinge wie einen Laptop eingepackt. Mit Zimmermannshammer in der einen und Messer in der anderen Hand empfing er das Paar. Das hatte bereits die Polizei alarmiert und wollte den Täter auf keinen Fall entwischen lassen. Es kam zu einem Gerangel, über dessen Ablauf die Schilderungen von Opfer und Täter allerdings auseinanderdriften. "Als er merkte, er kommt nicht raus, hat er mit dem Messer ausgeholt", berichtete Nader H. gestern weiter. Dabei erlitt er Verletzungen an der Schulter und an einem Oberarm, die seinen Worten zufolge aber nicht so schlimm waren, dass er einen Arzt hätte aufsuchen müssen. Der Angeklagte wiederum bestritt, zugestochen zu haben. Vielmehr habe der Hausbewohner selbst ein Messer geführt und ihm das sogar an den Hals gehalten - was Nader H. allerdings in Abrede stellte.

Weil die couragierten Mieter geistesgegenwärtig die Haustür abschlossen und eine Nachbarin den Einbrecher auch noch fotografierte, gab es für ihn kein Entrinnen. Wie sich herausstellte, hatte er seit Anfang 2013 bereits eine ganze Latte an Laden-Diebstählen (vom Parfüm über Zigaretten bis zu Whisky) begangen, die ihm Staatsanwalt Eike Gildemeister gestern zudem zur Last legte. "Ich wollte mir vom Erlös Drogen kaufen", so Maik. T, der alle neun Beutezüge gestand. Urteil: voraussichtlich am 11. März, kündigte der Vorsitzende Richter Berthold Pfuhl an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.02.2014

Sabine Kreuz

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