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Pflegedienstleiterin vor Gericht: 44-Jährige soll Seniorin um Ersparnisse gebracht haben

Pflegedienstleiterin vor Gericht: 44-Jährige soll Seniorin um Ersparnisse gebracht haben

Der Fall um eine demenzkranke Seniorin aus Leipzig, die um rund 40 000 Euro ihrer Ersparnisse betrogen worden sein soll, wird seit gestern erneut vor dem Landgericht verhandelt.

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Quelle: dpa

Mittlerweile befasst sich die Justiz zum dritten Mal mit einer Anklage um Betrug gegen die gelernte Krankenschwester Madlen W. (44), die 2008 als Pflegedienstleiterin eine damals 91 beziehungsweise 92 Jahre alte Frau in ihrer Wohnung in Schönefeld-Abtnaundorf betreut hat.

Madlen W. bestritt von Anfang an, die Frau abgezockt zu haben. Das Amtsgericht war jedoch von ihrer Schuld überzeugt und bezeichnete ihr Verhalten als "moralisch absolut verwerflich". Sie habe die Hilflosigkeit der verwirrten Frau ausgenutzt. Das Urteil vom September 2011 lautete auf zweieinhalb Jahre Haft - eine Strafe, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann, so dass die allein erziehende Mutter von zwei Kindern, die in Wurzen lebt, unweigerlich hinter Gitter müsste.

Die Berufungsinstanz, das Landgericht, bestätigte Mitte 2012 diese Entscheidung. Nach einer Revision von Verteidigerin Doreen Blasig-Vonderlin hob das Oberlandesgericht (OLG) Dresden das Urteil auf und verwies den Fall nach Leipzig zurück. Begründung: Die Geschäftsunfähigkeit der Seniorin sei nicht ausreichend bewiesen worden. Ihre Demenzerkrankung sei zwar ein Indiz dafür; allein daraus könnten aber keine Schlüsse gezogen werden.

Das OLG hielt die Beweiswürdigung für fehlerhaft. Nach dessen Kritik holt nun eine andere für den Fall zuständige Landgerichts Strafkammer ein psychiatrisches Gutachten zum vermeintlichen Opfer ein, das inzwischen gestorben ist. Madlen W. beteuerte gestern erneut: "Ich habe das Geld nicht." Der Prozess läuft bis 22. Januar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2014

Kreuz, Sabine

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