Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Polizei erhöht Präsenz nach Gewalt in Leipzig-Ost
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Polizei erhöht Präsenz nach Gewalt in Leipzig-Ost
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:15 26.05.2015
In dieser Bar an der Leipziger Eisenbahnstraße kam es am Samstagabend zur gewalttätigen Auseinandersetzung. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Nach den drei gewalttätigen Auseinandersetzungen mit zahlreichen Beteiligten am Pfingstwochenende im Leipziger Osten hat die Polizei ihre Präsenz rings um die Eisenbahnstraße erhöht. „Bereits am Sonntag wurde der Streifendienst verstärkt, auch die Diensthundestaffel kommt dort zum Einsatz“, sagte Behördensprecher Andreas Loepki gegenüber LVZ-Online. Mit den Maßnahmen soll die Situation beruhigt und das allgemeine Sicherheitsgefühl für die Anwohner verbessert werden.

Parallel suchen die Beamten mit Hochdruck nach den Hintergründen für die eruptive Gewalt. Sicher ist bisher: Nur zwei der Massenschlägereien stehen in einem direkten Zusammenhang, die dritte – ein Konflikt mit 50 zum Teil mit Schlagmitteln bewaffneten Beteiligten am Samstagabend in einer Bar – hatte offenbar andere Beweggründe. „Wir wissen, dass hier eine Gruppe offenbar jemanden in der Bar gesucht hat. Wen, ist bisher aber unklar“, so der Polizeisprecher. Die vernommenen Zeugen schweigen bisher.

Bei den anderen beiden Schlägereinen am Freitag- und Sonntagabend mit bis zu 20 Beteiligten am Stadtteilpark Rabet soll es sich um Auseinandersetzungen zwischen zwei Großfamilien aus Syrien und dem Iran gehandelt haben. Das haben Befragungen von Beteiligten und Zeugen ergeben, sagte Loepki. Mitglieder der syrischen Familien hatten sich am Montag auch an die Polizei gewand und um Schutz gebeten, nachdem mehrere Familienmitglieder verletzt worden waren – darunter eine junge Frau.

„Die Motive dieser Auseinandersetzung sind bisher völlig offen“, sagte der Polizeisprecher. Denkbar sei unter anderem, so Loepki weiter, dass vergleichsweise profane Gründe zur Eskalation geführt hätten, so wie einstmals bei ähnlichen Vorfällen im Juni 2014. Damals waren in der Einertstraße zwei Familien nach Beleidigungen und versuchtem Handyraub mit Messern, Zaunlatten, Steinen und Eisenstangen aufeinander losgegangen.

Im aktuellen Fall erhoffen sich die Beamten eine Beruhigung der Situation auch durch die Tatsache, dass eine der beteiligten Familien inzwischen nicht mehr in der Eisenbahnstraße wohnt. Nachdem sich die syrischen Flüchtlinge am Montag an die Polizei gewandt hatten, verschafften Mitarbeiter der Kirchgemeinde Taucha ihnen eine neue Unterkunft an anderer Stelle.

Matthias Puppe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Eine syrische Familie sieht sich als Opfer der gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Leipziger Eisenbahnstraße. Am Montagmittag suchte sie verzweifelt Schutz bei der Polizei. Jetzt deutet sich eine Lösung an.

26.05.2015

An der Eisenbahnstraße ist es am Sonntagabend zur dritten Massenschlägerei innerhalb von drei Tagen gekommen. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, um die Beteiligten zu stellen. Deshalb mussten die Straßenbahnen zeitweise umgeleitet werden.

25.05.2015

Erneut Gewaltausbruch im Leipziger Osten. Am Samstagabend rückte eine Horde von 50 Personen, viele davon bewaffnet, an einer Spielebar in der Leipziger Eisenbahnstraße an.

24.05.2015

Eine 26-Jährige ist am Montagabend nahe Taucha tödlich verunglückt. Etwa 200 Meter nach einem Bahnübergang kam die junge Frau aus noch unbekannter Ursache links von der Straße ab und kollidierte mit einem Baum.

26.05.2015

Schwerer Unfall im Zentrum Nord: Auf regennasser Straße rutscht ein Motorradfahrer aus und gerät unter eine entgegenkommende Straßenbahn. Für die Bergungsarbeiten wird die Georg-Schumann-Straße in Höhe der Unfallstelle mehrere Stunden gesperrt.

26.05.2015

Eine syrische Familie sieht sich als Opfer der gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Leipziger Eisenbahnstraße. Am Montagmittag suchte sie verzweifelt Schutz bei der Polizei. Jetzt deutet sich eine Lösung an.

26.05.2015
Anzeige