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Polizei erhöht Präsenz nach Gewalt in Leipzig-Ost

Ermittlungen Polizei erhöht Präsenz nach Gewalt in Leipzig-Ost

Am Pfingstwochenende haben gleich mehrere gewalttätige Auseinandersetzungen unweit der Eisenbahnstraße Polizei und Anwohner in Atem gehalten. Bei zwei der Massenschlägereinen sollen familiäre Streitigkeiten Auslöser gewesen sein.

In dieser Bar an der Leipziger Eisenbahnstraße kam es am Samstagabend zur gewalttätigen Auseinandersetzung.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nach den drei gewalttätigen Auseinandersetzungen mit zahlreichen Beteiligten am Pfingstwochenende im Leipziger Osten hat die Polizei ihre Präsenz rings um die Eisenbahnstraße erhöht. „Bereits am Sonntag wurde der Streifendienst verstärkt, auch die Diensthundestaffel kommt dort zum Einsatz“, sagte Behördensprecher Andreas Loepki gegenüber LVZ-Online. Mit den Maßnahmen soll die Situation beruhigt und das allgemeine Sicherheitsgefühl für die Anwohner verbessert werden.

Parallel suchen die Beamten mit Hochdruck nach den Hintergründen für die eruptive Gewalt. Sicher ist bisher: Nur zwei der Massenschlägereien stehen in einem direkten Zusammenhang, die dritte – ein Konflikt mit 50 zum Teil mit Schlagmitteln bewaffneten Beteiligten am Samstagabend in einer Bar – hatte offenbar andere Beweggründe. „Wir wissen, dass hier eine Gruppe offenbar jemanden in der Bar gesucht hat. Wen, ist bisher aber unklar“, so der Polizeisprecher. Die vernommenen Zeugen schweigen bisher.

Bei den anderen beiden Schlägereinen am Freitag- und Sonntagabend mit bis zu 20 Beteiligten am Stadtteilpark Rabet soll es sich um Auseinandersetzungen zwischen zwei Großfamilien aus Syrien und dem Iran gehandelt haben. Das haben Befragungen von Beteiligten und Zeugen ergeben, sagte Loepki. Mitglieder der syrischen Familien hatten sich am Montag auch an die Polizei gewand und um Schutz gebeten, nachdem mehrere Familienmitglieder verletzt worden waren – darunter eine junge Frau.

„Die Motive dieser Auseinandersetzung sind bisher völlig offen“, sagte der Polizeisprecher. Denkbar sei unter anderem, so Loepki weiter, dass vergleichsweise profane Gründe zur Eskalation geführt hätten, so wie einstmals bei ähnlichen Vorfällen im Juni 2014. Damals waren in der Einertstraße zwei Familien nach Beleidigungen und versuchtem Handyraub mit Messern, Zaunlatten, Steinen und Eisenstangen aufeinander losgegangen.

Im aktuellen Fall erhoffen sich die Beamten eine Beruhigung der Situation auch durch die Tatsache, dass eine der beteiligten Familien inzwischen nicht mehr in der Eisenbahnstraße wohnt. Nachdem sich die syrischen Flüchtlinge am Montag an die Polizei gewandt hatten, verschafften Mitarbeiter der Kirchgemeinde Taucha ihnen eine neue Unterkunft an anderer Stelle.

Matthias Puppe

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