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Polizei ermittelt nach Quecksilber-Unfall im Leipziger Centraltheater – Mitarbeiter in Klinik

Polizei ermittelt nach Quecksilber-Unfall im Leipziger Centraltheater – Mitarbeiter in Klinik

Jahrzehntelang stand ein altes Glas mit hochgiftigem Quecksilber im Keller des Centraltheaters – ohne dass jemand etwas davon wusste. Nach der Havarie vom Montag mit einem Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei haben Ermittlungen begonnen, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

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Nach der Quecksilber-Havarie im Centraltheater hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Wegen des Giftalarms war das Gebäude am Montag weiträumig abgesperrt worden.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Ein 48-jähriger Mitarbeiter des Theaters war am Montag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er das zerbrochene Gefäß mit dem hochgiftigen Schwermetall im Keller entdeckt hatte. Die Polizei schließt eine Straftat nicht aus.

Es werde wegen des Freisetzens von Giftstoffen gegen Unbekannt ermittelt, sagte Polizeisprecher Daniel Kapferer am Dienstag gegenüber LVZ-Online. Noch ist unklar, warum das Glas zu Bruch ging. „Wir müssen klären, wie die Flüssigkeit freigesetzt werden konnte“, so Kapferer. Die Mitarbeiter des Centraltheaters sollen deshalb in den nächsten Tagen von der Polizei befragt werden.

Keine Gefährdung für Theaterbesucher

Sobald der bislang versiegelte Kellerraum durch das Umweltamt freigegeben sei, soll die Kriminalpolizei Ermittlungen vor Ort aufnehmen. „Dabei wird auch untersucht, was in diesem Raum gelagert war, ob das Gefäß möglicherweise ohne Fremdeinwirkung zu Bruch ging.“ Das Quecksilber verteilte sich laut Polizei auf einer Fläche von etwa drei Quadratmetern – Schätzungen zufolge handelte es sich um einen halben Liter.

Eine Spezialfirma begann am Dienstag damit, die Überreste des Unfalls zu beseitigen, den Abstellraum zu reinigen und zu lüften. Bereits am Montag hatte die Feuerwehr das Quecksilber abgesaugt. Parallel wurden Luftmessungen durch das Umweltamt durchgeführt, die keine Anzeichen auf eine Quecksilberkonzentration in der Luft ergaben. „Eine Gefährdung der genutzten Räume im Centraltheater, der angrenzenden Bereiche und der Bürger kann somit ausgeschlossen werden“, hieß es auf Nachfrage von LVZ-Online.

Quecksilber lagerte seit DDR-Zeiten im Keller

Das Quecksilber war offenbar seit DDR-Zeiten in dem Abstellraum gelagert und dann vergessen worden. „Es war niemandem hier bekannt, dass sich im Keller ein Glas mit einer gefährlichen Flüssigkeit befindet“, betonte Centraltheater-Sprecher Jan Torke. Laut Umweltamt handelte es sich um einen „mehrere Jahrzehnte alten Bestand“, der früher für elektrotechnische Anlagen (Schalterrelais) benutzt wurde. Erst bei Aufräumarbeiten sei der zerbrochene Behälter entdeckt worden. Nur Klimatechniker hätten in diesem Bereich des Theaters zu tun, erklärte Torke.

Ein Mitarbeiter, der die giftige Flüssigkeit entdeckt hatte, war mit leichten Atemwegsreizungen in eine Klinik gekommen. „Es handelte sich um eine Vorsichtsmaßnahme“, betonte Torke. Das Theater war nach dem Vorfall am Montagnachmittag weiträumig abgesperrt worden. Der Spielbetrieb ging jedoch noch am Abend ganz normal weiter.

Robert Nößler

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