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Nach Verfolgungsjagd: Polizei stellt bei Leipziger Sprengstoff sicher

Explosives im Auto und in der Wohnung Nach Verfolgungsjagd: Polizei stellt bei Leipziger Sprengstoff sicher

Ein Autofahrer aus Gohlis wollte sich am Freitagmorgen einer Polizeikontrolle entziehen. Am Ende der Jagd durch Leipzig-West fanden die Beamten neben Waffen auch Sprengstoff in seinem Wagen.

Das Fahrzeug konnte am Freitagmorgen auf der Gießerstraße angehalten werden.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Ein 26-jähriger Autofahrer hat sich am Freitagmorgen in Leipzig eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Nachdem die Beamten den flüchtigen Messestädter gestellt hatten, entdeckten sie in seinem Fahrzeug neben mehreren Waffen auch einen Behälter mit Sprengstoff. Bei der späteren Durchsuchung der Wohnung des Gohlisers wurde weiteres explosives Material gefunden. Eine Gefahr für Anwohner habe allerdings nicht bestanden, so die Polizei.

Der Mittelklassewagen des 26-Jährigen war den Beamten gegen 3.30 Uhr auf der Lützner Straße im Stadtteil Neulindenau aufgefallen. Als die Polizeistreife den Fahrer kontrollieren wollte, gab dieser Gas und raste davon. Die Verfolgungsjagd endete schließlich in der Gießerstraße. Dort kam dem Flüchtenden ein zur Verstärkung gerufener Polizei-Kleintransporter entgegen. Der junge Mann trat auf die Bremse, konnte den Zusammenstoß aber nicht mehr vermeiden. Anschließend versuchte er sich der Verhaftung per Rückwärtsgang zu entziehen, stieß dabei mit seinen Verfolgern zusammen. An beiden Polizeifahrzeugen entstand jeweils ein Schaden in Höhe von rund 1000 Euro.

Ein Autofahrer aus Gohlis wollte sich am Freitagmorgen einer Polizeikontrolle entziehen. Am Ende der Jagd durch Leipzig-West fanden die Beamten neben Waffen auch Sprengstoff in seinem Wagen.

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Schlagstock, Messer und Sprengsatz im Fahrzeug

„Wir haben den Mann aus seinem Wagen geholt. Ein Vortest ergab, dass er unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand“, sagte Polizeisprecher Andreas Loepki gegenüber der LVZ. Bei der Vernehmung gab der Festgenommene dann an, in seinem Fahrzeug sei neben einem Teleskopschlagstock und einem sogenannten Einhandmesser auch eine Handgranate versteckt.

Die angesprochenen Waffen sowie eine geringe Menge Betäubungsmittel konnten sichergestellt werden. Eine Handgranate entdeckten die Beamten zwar nicht, dafür aber ein Honigglas. „In diesem befand sich eine Substanz, die nach Sprengstoff aussah“, so Loepki weiter. Der Unfallort im Stadtteil Plagwitz wurde weiträumig abgesperrt und ein Team für Kampfmittelbeseitigung angefordert. Die Experten stellten fest, dass es sich im Glas um einen sehr alten Sprengstoff handelt, an dem kein Zünder angebracht war. „Es bestand somit zu keinem Zeitpunkt eine Gefahrensituation“, so der Polizeisprecher.

Am Freitagvormittag veranlassten die Beamten zudem eine Durchsuchung der Wohnung des Festgenommenen im Stadtteil Gohlis. Hier wurde ein weiterer Sprengsatz gefunden, hieß es. Nach ersten Vermutungen der Polizei könnte sich der Leipziger das explosive Material auf Truppenübungsplätzen oder aus historischen Kriegswaffen besorgt haben.

Der 26-Jährige muss sich nun wegen multipler Vergehen verantworten, unter anderem wegen Verstoß gegen Waffen- und Sprengstoffrecht sowie wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Im Laufe des Tages wurde der Mann trotzdem vorerst aus dem Polizeigewahrsam entlassen. „Es bestanden keine dringlichen Haftgründe“, so Sprecher Loepki.

Von Matthias Puppe

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