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Polizei jagt Kunden des Leipziger Drogenportals – angebliches Interview mit Betreiber

Polizei jagt Kunden des Leipziger Drogenportals – angebliches Interview mit Betreiber

Nach der aufsehenerregenden Zerschlagung des Online-Drogenportals „Shiny Flakes“ in Leipzig sitzt der mutmaßliche Betreiber, ein 20-Jähriger aus dem Stadtteil Gohlis, weiter in Haft und wartet auf seine Anklage.

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Bernd Merbitz (rechts) präsentiert einen Teil der sichergestellten Drogen im Wert von 4,1 Millionen Euro.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Während Polizei und Staatsanwaltschaft mit Hilfe eines sichergestellten Servers und Daten aus dem Darknet fieberhaft nach Kunden, Zulieferern und möglichen Hintermännern fahnden, hat das Onlineportal „Motherboard“ ein bereits im September 2014 geführtes Interview mit den angeblichen Machern des Online-Drogenkaufhauses veröffentlicht.

Darin wird vor allem zu Sicherheitsvorkehrungen und Geschäftspraktiken der Drogen-Plattform Stellung genommen. Unter anderem heißt es, die Betreiber hätten sämtliche Server mehrfach am Tag von Kundendaten bereinigt. „Wir nutzen SSL-Verschlüsselung zu unseren Servern und löschen zweimal am Tag die Daten“, so der vermeintliche Portal-Sprecher.  Allerdings hätten die Betreiber selbst auch Daten-Erhebungen zur Nutzung von „Shiny Flakes“ durchgeführt, um den Kundenkreis erweitern zu können. „Unsere internen Statistiken belegen, dass 40 Prozent unserer Kunden uns durch ‚Freunde’ kennen, 20 Prozent kennen uns über Google. Dies wird beim Bestellen abgefragt und ist deswegen sehr genau“, heißt es dazu im Interview.

Zum ganzen Interview auf „Motherboard“

Leipziger Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am Donnerstag angekündigt, auch die Kunden des von tausenden Menschen genutzten Portals strafrechtlich verfolgen zu wollen. „Der Nachweis der konkreten Bestellung reicht nach der Rechtsprechung für ein Handeltreiben aus, wenn die bestellte Menge offensichtlich nicht mehr für den Eigenverbrauch bestimmt ist“, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz gegeüber LVZ-Online. Bereits am Mittwoch seien deshalb bundesweit 38 Wohnungen durchsucht und fünf Personen festgenommen worden.

Wie Kripo-Chef Petric Kleine erklärte, sei es den Leipziger Ermittlern in diesem Fall erstmals gelungen, auch aktiv Daten im sogenannten Darknet, dem weitgehend anonymen und nicht frei zugänglichen Teils des Internets zu gewinnen“. Als Zeichen ihres Erfolgs, schalteten die IT-Spezialisten der Behörde das beschlagnahmte Drogen-Portal nicht ab, sondern veröffentlichten hier – in szenetypischer Hacker-Manier – eine eigene Botschaft: einen Werbeflyer für die Sächsische Polizei.

mpu

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