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Polizeiticker Leipzig Polizei räumt Panne nach doppeltem Gift-Alarm in Leipzig ein
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Polizei räumt Panne nach doppeltem Gift-Alarm in Leipzig ein
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17:30 09.06.2015
Feuerwehreinsatz vor der Polizeidirektion in der Dimitroffstraße: Wegen eines Briefs mit verdächtigem Inhalt wurde am Dienstag ein doppelter Gift-Alarm ausgelöst. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Ein Kuvert mit weißem Pulver hat am Dienstag gleich zwei Feuerwehreinsätze in der Leipziger Polizeidirektion in der Dimitroffstraße und bei Verdi im Volkshaus ausgelöst. Grund war eine Panne der Polizei, wie Sprecher Andreas Loepki gegenüber LVZ.de einräumte. Beamte seien gegen 9.50 Uhr in die Karl-Liebknecht-Straße gerufen worden, weil dort eine verdächtige Substanz in einem Brief mit „beleidigendem Inhalt“ gefunden wurde. Die drei Polizisten identifizierten das Pulver jedoch als ungefährlich. „Sie gingen davon aus, dass es sich um Backpulver handelte und steckten den Umschlag in eine Plastiktüte“, so Loepki auf Nachfrage.

Mit der möglicherweise hochgiftigen Substanz im Gepäck fuhren die Beamten vom Volkshaus zum Revier Zentrum in der Dimitroffstraße 1. Da jedoch nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es sich um Milzbranderreger handelte, musste gegen 11.15 Uhr der Gefahrgutzug der Feuerwehr sowohl zur Polizei als auch ins Volkshaus im Zentrum-Süd ausrücken.

Sieben Personen kamen mit Pulver in Kontakt

Insgesamt sieben Personen, darunter die drei Polizisten, seien mit der Substanz in Kontakt gekommen, berichtete Loepki. Keiner der Betroffenen klage bislang über Gesundheitsbeschwerden. Der Raum bei Verdi, in dem Mitarbeiter den Umschlag öffneten, wurde nach Angaben der Feuerwehr vorerst gesperrt. „Das Pulver wird nun von der Landesuntersuchungsanstalt geprüft“, sagte ein Sprecher der Leitstelle. Bis das Ergebnis feststehe, bleibe der betroffene Raum versiegelt.

Die Polizei betonte, dass das Verhalten der Einsatzkräfte nicht dem vorgesehenen Ablauf in solchen Fällen entsprochen habe. „Die Kollegen hätten mehr Vorsicht walten lassen und gleich die Feuerwehr anfordern müssen“, so der Sprecher. Wie es zu dem Fehler kommen konnte, werde nun ausgewertet. Konsequenzen für die betroffenen Beamten seien nicht ausgeschlossen. Die Feuerwehr war erst gerufen worden, als im Revier die Anzeige aufgenommen werden sollte. Kollegen seien auf den brisanten Fall aufmerksam geworden, so Loepki.

Absender des Briefs bislang unbekannt

Von wem der Brief stammte, ist bislang noch unklar. Der Polizei zufolge lag in dem Kuvert neben dem Pulver ein handschriftlicher Dokument. Zu Details der Beleidigungen machte Loepki aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben. Es wird nun wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat sowie wegen Beleidigung ermittelt. Sollte der Absender ermittelt werden, muss er laut Polizei die Kosten des Feuerwehreinsatzes tragen.

Robert Nößler

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