Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Polizei rüstet auf und wertet Fingerabdrücke aus

Krawallnacht in Leipzig Polizei rüstet auf und wertet Fingerabdrücke aus

Nach den Ausschreitungen am Freitagabend wurden anonym im Internet Aufnahmen davon veröffentlicht – offenbar von den Randalierern selbst. Die Bilder zerstreuen letzte Zweifel, wer hinter den Krawallen steckt. Nun soll eine Soko zur Aufklärung der jüngsten Anschläge gebildildet werden.

Dieses Bild und andere Aufnahmen von den Krawallen wurden anonym im Internet veröffentlicht – vermutlich von den Autonomen selbst.

Quelle: Indymedia

Leipzig. Die Bilder zeigen eine Horde Vermummter. Sie ziehen über den südlichen Innenstadt-Ring, zünden Böller und halten ein Transparent hoch: „Troika, G 7, Frontex, Deutschland, Leipzig. Es kotzt uns an! Der Aufstand wird kommen.“ Wenig später splittert Glas, fliegen Molotowcocktails und mehr als 200 Pflastersteine. Die Aufnahmen wurden nach den Ausschreitungen am Freitagabend anonym im Internet veröffentlicht – offenbar von den Randalierern selbst, davon geht die Polizei aus. Die Bilder zerstreuen letzte Zweifel, wer hinter den Krawallen steckt. Nun soll eine Soko zur Aufklärung der jüngsten linksextremistischen Anschläge gebildet werden. Das ist wohl beschlossene Sache.

Am Montag beriet die Polizeiführung in Leipzig, in welcher Stärke und Zusammensetzung die Einsatzgruppe arbeiten soll. Experten des Operativen Abwehrzentrums und vom Staatsschutz-Dezernat der Kripo werden ihr vermutlich angehören, womöglich auch zusätzliche Beamte. Ob die nicht erst seit dem Wochenende geforderte stärkere Polizeipräsenz jetzt kommt, scheint nach dem schwarzen Freitag wahrscheinlicher denn je. Details sollen in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.

Gleichwohl laufen die Ermittlungen bereits jetzt auf Hochtouren. Es seien „eine Vielzahl von Spuren“ gesichert worden, die nun ausgewertet würden, so ein Beamter, unter anderem DNA-Anhaftungen und Fingerabdrücke. Der einzige gefasste Tatverdächtige war indes keine große Hilfe, schwieg dem Vernehmen nach gegenüber der Polizei. Allerdings soll der 35-Jährige seit Längerem als Angehöriger der linksextremistischen Szene bekannt sein. Insofern sei die Prüfung seines persönlichen Umfelds „sehr aufschlussreich“, hieß es gestern. Ob auf diesem Weg weitere Teilnehmer der Krawalle ermittelt werden können, ist gegenwärtig jedoch fraglich.

Ganz so überraschend kam der Aufmarsch der Linksautonomen übrigens nicht. Am Montag kam heraus, dass Anwohner bereits vor Ausbruch des Gewaltexzesses bei der Polizei anriefen. Sie hatten beobachtet, wie sich dunkel gekleidete Männer im Johannapark versammelten. Allerdings dachten sie nicht, dass die Verdächtigen schon bald für brennende Barrikaden sorgen würden. Wie zu erfahren war, sei man zunächst davon ausgegangen, dass es sich um Graffiti-Sprayer handeln könnte.

Von Frank Döring

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr