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Polizeiticker Leipzig Polizei verhindert Randale beim Stadtderby – 350 Chemie-Anhänger bei Fanmarsch
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Polizei verhindert Randale beim Stadtderby – 350 Chemie-Anhänger bei Fanmarsch
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21:17 14.05.2014
Vor dem Stadtderby gegen Lok Leipzig II zogen rund 350 Chemie-Anhänger bei einem Fanmarsch von Connewitz zum Bruno-Plache-Stadion. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Schon am Nachmittag herrschte rund um das Connewitzer Kreuz Ausnahmezustand.

Ab 15.30 Uhr starteten hier 350 Chemie-Anhänger, um geschlossen zum Spiel nach Probstheida zu gehen. „Der Fanmarsch verlief ohne Zwischenfälle", so Polizeisprecher Uwe Voigt. Weiträumig waren Polizeikräfte im Einsatz, um möglichst frühzeitig potenzielle Störer abzugreifen. Die Beamten riegelten rund um das Connewitzer Kreuz Zufahrten ab und kontrollierten die eintreffenden Fans. Mit grünen Regencapes schützten sich diese gegen den einsetzenden Regen. Danach zog die Menge, begleitet von der Polizei, in einem etwa einstündigen Fanmarsch über die Arno-Nitzsche- und Zwickauer Straße zum Stadion.

Leipzig. Aggressive Stimmung beim Derby in der Fußball-Bezirksliga zwischen der U23 von Lokomotive Leipzig und der BSG Chemie in Probstheida: Ein Großaufgebot der Polizei verhinderte am Mittwoch, dass die Lage eskalierte. Schon am Nachmittag herrschte rund um das Connewitzer Kreuz Ausnahmezustand.

Gästefans prügeln auf Stadion-Ordner ein

Während des Spiels war die Stimmung auf den Rängen aggressiv. „Endstation Goerdelerring", brüllten Lok-Fans in Richtung des Chemie-Blocks – der antwortete: „Ohne Waffen habt ihr keine Chance." Eine klare Anspielung auf die brutale Attacke am vergangenen Sonnabend. Da hatten rund 40 bewaffnete Angreifer, Zeugen zufolge Lok-Hooligans, am Goerdelerring eine Straßenbahn der Linie 7 gestürmt und eine Schlägerei mit etwa 20 Fans der BSG Chemie angezettelt. Gefasst wurde bislang keiner der Schläger. „Die Ermittlungen dauern an", so Voigt.

Abgesehen von verbalen Scharmützeln blieb es im Stadion zunächst friedlich. Kurz vor Abpfiff wurde es etwas haarig: Chemie-Fans wollten in ihrem Block eine Lok-Fahne präsentieren, die sie vor ein paar Wochen einem gegnerischen Fan in Gohlis abgenommen hatten. Als die Security einschritt, schlugen Chemie-Fans auf die Ordner ein, prügelten auch mit Fahnenstangen.

Vier Verfahren wegen Körperverletzung

Die Polizei sicherte die Partie im Bruno-Plache-Stadion mit einem Großaufgebot ab. Quelle: Dirk Knofe

„Einsatzkräfte der Polizei holten die Ordner aus dem Block", so Voigt. Im Innenraum zog zudem ein massives Polizeiaufgebot auf. Konsequenz des Zwischenfalls: vier Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung. Zudem durften alle 350 Chemie-Fans das Stadion zunächst nicht verlassen, mussten sich einer Identitätsfeststellung unterziehen. 267 BSG-Anhänger wurden kontrolliert.

Der Zwischenfall mit der erbeuteten Fahne ist auch deshalb bitter, weil die Präsidien beider Vereine derartige Provokationen ausdrücklich ausschließen wollten: „Stehlt und präsentiert keine gegnerischen Fan-Utensilien", hieß es in einem gemeinsamen Aufruf an die Fans. „Lasst uns – getrennt in den Farben, vereint in der Sache – zeigen, dass der Ruf unserer Vereine und deren Fans viel besser ist, als dies bisweilen kolportiert und von vielen gedacht wird und dass ein leidenschaftliches aber friedliches Traditionsduell möglich ist."

Der Abzug erfolgte danach erneut mit Polizeibegleitung, da der Chemie-Anhang einen erneuten Fanmarsch geplant hatte. Etwa 150 BSG-Fans liefen von Probstheida in Richtung Connewitz, hieß es am späten Abend aus dem Lagezentrum der Polizei. Da die Fußball-Anhänger auch nach mehrmaliger Aufforderung durch die Polizei nicht von der Straße auf den Gehweg wechseln wollten, schriiten die Ordnungshüter ein. Erneut wurden die Personalien der Beteiligten aufgenommen. Der Einsatz dauerte bis tief in die Nacht an.

F.D. / mro / nöß / joka

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