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Polizeipräsident Merbitz: Neue Ermittlungsgruppe fahndet nach Vergewaltiger

Sicherheit in Leipzig Polizeipräsident Merbitz: Neue Ermittlungsgruppe fahndet nach Vergewaltiger

Nach der Vergewaltigung einer Joggerin im Leipziger Rosental will die Polizei mehr Präsenz im Rosental zeigen. Laut Polizeipräsident Bernd Merbitz fahndet außerdem eine eigene Ermittlungsgruppe nach dem Täter.

Joggerinnen im Leipziger Rosental. Nach einer brutalen Vergewaltigung in dem Park hatte die Polizei empfohlen, möglichst nicht allein unterwegs zu sein.

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Nach der Vergewaltigung einer Joggerin im Leipziger Rosental will die Polizei präsenter sein in den Parks der Stadt. Das bestätigte Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz am Montag auf Anfrage der LVZ. Vor allem die Fahrradstaffel soll verstärkt patroullieren. Außerdem sei eine eigene Ermittlungsgruppe zur Aufklärung des Verbrechens gegründet worden, so Merbitz weiter.
 
Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte bereits am Sonntag mehr Polizeipräsenz in einem Medienbericht gefordert und dies am Montag über die sozialen Netzwerke bekräftigt. Die Polizei hatte zuvor empfohlen, dass Frauen aktuell möglichst nicht allein joggen gehen sollten, was bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte. Polizeipräsident Merbitz nahm die Pressestelle nun vor der Kritik in Schutz.

„Es ist doch besser, wenn man über eine Gefahr Bescheid weiß, das heißt doch nicht, dass wir die Leute allein lassen oder die Parkanlagen zu nicht mehr begehbaren Bereichen erklären würden“, so Merbitz weiter. „Es ist doch besser, Empfehlungen zu geben und zu warnen. Wir warnen auch vor Trickbetrügern oder falschen Polizisten, wenn welche auftauchen.“ Nach eigenen Angaben hatte Merbitz am Wochenende mit Jung telefoniert. Beide seien sich dabei einig gewesen, dass die Bevölkerung sensibilisiert werden müsse und mehr Polizeikräfte notwendig seien.

In Leipzig bahnt sich nun eine neue Debatte um das Thema öffentliche Sicherheit an. Der Oberbürgermeister, derzeit auf Dienstreise, will sich am Dienstagmittag persönlich bei einem Pressetermin zum Thema „Sicherheit in Leipzig“ äußern. Via Facebook äußerte er am Montag, dass der Staat mit mehr Polizeipräsenz auf „diese unfassbare Tat und vorangegangene Übergriffe“ reagieren müsse. „Wir alle möchten in einer Stadt leben, in der ganz selbstverständlich Frauen auch alleine im Park joggen können, in der sich alle sicher bewegen können“, so Jung weiter.

Spaziergänger: „Mulmiges Gefühl“

Wer am Montag im Rosental unterwegs war, konnte feststellen, dass die Stimmung sich seit der Vergewaltigung am Donnerstag geändert hat. Spaziergänger stellten bei einer Umfrage von LVZ.de einhellig fest, dass deutlich weniger Menschen unterwegs seien als sonst. Francie Allenstein ist mit ihrer Tochter Carla oft im Rosental. „Ich habe schon auch überlegt, ob ich heute hierher komme“, sagt die 30-Jährige. „Aber solange Leute in der Nähe sind, fühle ich mich sicher.“ Jessica Birger (31) ist am Montag mit ihrem Mops Bentley im Park spazieren. Früher sei sie dort auch allein joggen gewesen, doch im Moment möchte sie das nicht. „Ich habe schon ein mulmiges Gefühl“, so Birger.

Jörg Wildermuth, Vorstand im Bürgerverein Waldstraßenviertel, begrüßte die Ansage der Polizei, mit mehr Beamten als bisher im Rosental unterwegs zu sein. „Die Bürger müssen die Anlage weiterhin angstfrei nutzen können. Wir appellieren aber auch, stärker aufeinander aufzupassen“, sagte er.

Zahl der Vergewaltigungen gestiegen

Im vergangenen Jahr wurden allein in der Messestadt von der Polizei insgesamt 29 Vergewaltigungen registriert. Das war ein Anstieg um 70 Prozent gegenüber 2015 und der Höchstwert in den vergangenen fünf Jahren. Zudem standen 399 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in den Akten – ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Dunkelziffer dürfte jeweils aufgrund von Scham und Angst vor Stigmatisierung bei den Opfern noch deutlich höher liegen.

Suche nach dem Täter geht weiter

Die Polizei ermittelt derweil auf Hochtouren, prüft weiterhin Hinweise auf den Unbekannten, der am Donnerstagmorgen nahe dem Zooschaufenster eine Frau angegriffen hatte. Das Opfer sei bislang noch immer nicht vernehmungsfähig, hieß es am Montag. Zwölf Hinweise waren am Wochenende eingegangen, dabei sei es auch geblieben, so Sprecher Uwe Voigt gegenüber LVZ.de. Eine heiße Spur gebe es noch nicht.

Der brutale Angriff auf die mehr als 50 Jahre alte Frau hatte überregional Entsetzen ausgelöst. Ein Unbekannter hatte die Joggerin von hinten attackiert, brutal ins Gesicht geschlagen und getreten und anschließend auf einer Wiese vergewaltigt. Die Frau musste notoperiert werden.

Die Ermittler suchen einen 25 bis 35 Jahre alten Mann, südländischer Typ, mit dunklen Haaren, kurzem, ungepflegten Bart und stämmiger Figur. Der Mann trug vermutlich eine graue, knielange Hose, ein Hemd mit blaugrünen Karos, eine leichte Jacke und ein Basecap in gedeckter Farbe. Hinweise nimmt die Kripo in der Dimitroffstraße 1 oder telefonisch unter (0341) 96 64 66 66 entgegen.

Von LVZ

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