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Prozess gegen Drogenpaar: Crystal-Süchtige wegen Missbrauch an Neunjähriger angeklagt

Prozess gegen Drogenpaar: Crystal-Süchtige wegen Missbrauch an Neunjähriger angeklagt

Sie malten mit ihr, sie ließen sie an der Playstation spielen, sie gingen gemeinsam spazieren. Und dann begann für die kleine Leonie das Martyrium: Laut Staatsanwaltschaft wurde die Neunjährige von zwei Crystal-Abhängigen in deren Wohnung in der Kolonnadenstraße zum Sex gezwungen.

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Angeklagte Carina S.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Seit gestern müssen sich Boris B. (28) und Carina S. (23) wegen schweren sexuellen Missbrauchs vor dem Landgericht verantworten.

"Ich will, dass du erlebst, was die Großen machen", soll Boris B. der Tochter von Bekannten, die bei ihnen übernachten sollte, gesagt haben. Stimmt es, was Staatsanwaltschaft und Polizei ermittelt haben, so setzte der bis in die Fingerspitzen tätowierte Crystal-Süchtige in der Nacht zum 23. September 2013 die Kleine massiv unter Druck. "Aus Angst um ihr Leben kam das Mädchen allen Forderungen nach", so Staatsanwältin Anja Butenschön. So soll das Kind von dem Paar entkleidet und zum Oralverkehr gezwungen worden sein. Wenn sie nicht mitmache, so drohten ihr die beiden laut Anklage, "schmeißen wir dich nackt vor die Tür".

Carina S. wies den Tatvorwurf zum Prozessauftakt zurück. Ihre Verteidigerin Nadine Lippold verlas eine Erklärung, wonach die Angeklagte keinerlei sexuelle Handlungen an dem Kind vorgenommen habe. Aufgrund ihres Crystal-Konsums damals könne sie Erinnerungslücken nicht ausschließen. Sie wisse aber noch, dass sie in jener Nacht durch Leonies Schreie aus dem Schlaf gerissen worden sei. Gesehen habe sie, wie ihr damaliger Lebensgefährte auf dem Mädchen kniete, dessen Arme fixierte. "Ich brüllte ihn an, er soll das lassen", so Carina S. Dann habe sie das Mädchen von ihm weggezerrt. "Er schrie, wir würden sterben, wenn wir mit jemandem darüber reden." Schließlich, so Carina S., habe ihr Freund gewaltsam versucht, sie selbst zum Sex mit dem Kind zu zwingen. Lange habe sie über das, was in jener Nacht passiert sei, geschwiegen, so die Angeklagte, aus Angst vor der Rache ihres früheren Freundes. Mitte April vorigen Jahres habe sie sich Leonies Vater per Facebook offenbart.

Zu diesem Zeitpunkt saß Boris B. bereits in Untersuchungshaft. Denn die Staatsanwaltschaft wirft ihm auch sexuelle Nötigung, Geiselnahme und versuchte Vergewaltigung vor. So soll er am 19. Februar 2014 am Ostplatz einer Frau aufgelauert haben. Laut Anklage griff er sie am Nacken und zischte: "Du bist jetzt meine Geisel!" Er behauptete, wegen eines Tötungsdelikts im Knast gewesen zu sein, drohte mit Messer und Pistole. "Ich wollte vorher schon eine Frau vergewaltigen, aber die war nicht so schön wie du", habe er seinem verängstigten Opfer erzählt. Zwei Tage später fiel er den Ermittlungen zufolge am Leuschnerplatz erneut über eine Frau her, drohte: "Ich steche dich ab!" Beiden Opfern gelang die Flucht. Als er Stunden später von der Polizei in der Nikolaistraße mit Crystal erwischt wurde, klickten die Handschellen.

Boris B. wollte sich nicht zu den Tatvorwürfen äußern. Damit bleibt Leonie auch eine Zeugenvernehmung vor Gericht vorläufig nicht erspart. Die 3. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Norbert Göbel hat für den Prozess noch vier Verhandlungstage bis Ende März geplant.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25. Februar 2015

Frank Döring

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