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Polizeiticker Leipzig Mädchen in Leipzig für Video-Aufnahmen über Jahre hinweg missbraucht
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Mädchen in Leipzig für Video-Aufnahmen über Jahre hinweg missbraucht
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18:54 20.08.2018
Andreas S. soll das Kind missbraucht und Aufnahmen davon in Internet-Chats verschickt haben. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Wie kann man einem Kind so etwas antun? Über Jahre hinweg soll eine Leipzigerin ihre kleine Tochter missbraucht und sie auch ihrem Bekannten für schwerste Sexualstraftaten ausgeliefert haben. Ihre Verbrechen filmten Heike H. (45) und Andreas S. (39) den Tatvorwürfen zufolge per Smartphone und versandten die Dateien über einschlägige Chats im Internet. Zum Auftakt des Prozesses um schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Verbreitung von Kinderpornografie listete Staatsanwältin Jana Kalex am Montag 33 erschütternde Anklagepunkte auf.

Seit Februar in Haft

Demnach war Lina* noch ein Baby, als sich ihre Mutter und deren Lebensgefährte das erste Mal an ihr vergingen. Als ihre Peiniger am 9. Februar dieses Jahres in Untersuchungshaft kamen, war das Mädchen gerade einmal viereinhalb Jahre alt. Die Zeit dazwischen muss für das Kind ein einziges Martyrium gewesen sein. Laut Anklage fotografierten Heike H. und Andreas S. sie in pornografischen Posen – meist in der Wohnung der Mutter in der Mockauer Leonhardtstraße, aber auch auf einer Baustelle. Unfassbar: Heike H. soll Andreas S. sogar dabei geholfen haben, ihre Tochter zu vergewaltigen. Auch davon habe das Paar Fotos und Videos gemacht, so die Staatsanwältin.

Mit Stricken fixiert

In einer Vielzahl von Fällen habe die Frau auch ganz allein ihre Tochter zu pornografischen Aufnahmen gezwungen. Dazu sei das Kleinstkind in einem vergitterten Kinderbett eingeklemmt oder mehrfach sogar gefesselt worden. Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, wurden Fußgelenke und auch Arme des Mädchens mit Stricken fixiert und an einer Schrankwand befestig, um ungestörte Aufnahmen zu ermöglichen. Die Fotos und Videos habe Heike H. dann per WhatsApp an ihren Freund geschickt.

Die Motive der Mutter können nach Angaben von Staatsanwältin Kalex verschieden sein. Entweder habe sie sich aus eigenem sexuellen Interesse an ihrer Tochter vergangen, womöglich aber auch um ihren Partner Andreas S., mit dem sie eine sexuelle Beziehung führte, an sich zu binden.

Gravierende Tatvorwürfe

Selbst für die erfahrenen Richter der 8. Strafkammer des Leipziger Landgerichts ist der Fall außergewöhnlich. „Es handelt sich um sehr gravierende Tatvorwürfe, die sehr empfindliche Strafen nach sich ziehen werden“, sagte der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr. Das gesicherte Bildmaterial und die Chatverläufe würden die Angeklagten deutlich belasten. Schließlich waren es auch die Dateien, mit denen die beiden Sex-Täter Spuren im Internet hinterließen und mit deren Hilfe Ermittler sie überführen konnten.

Nach dem Verlesen der Anklageschrift wurde die Sitzung unterbrochen um auszuloten, ob sich die Beschuldigten zu den Tatvorwürfen äußern werden. Dem Vernehmen nach soll es im Laufe der Hauptverhandlung Einlassungen der Angeklagten zumindest zu einzelnen Anklagepunkten geben. Auch im polizeilichen Ermittlungsverfahren gab es nach Informationen aus Justizkreisen bereits erste Aussagen der Beschuldigten.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Auf das Gericht kommt nun eine schwierige Aufgabe zu. So ist es vorgesehen, die kinderpornografischen Dateien im Rahmen der Beweisaufnahme zu sichten und auszuwerten. Für den Prozess hat die Strafkammer noch fünf Verhandlungstage bis 26. Oktober geplant. Nach dem Verlesen der Anklageschrift wurde die Öffentlichkeit für die weitere Verhandlung ausgeschlossen.

*Name des Kindes geändert

Von Frank Döring

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