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Prozess in Leipzig: Kind mit Computerspielen angelockt und dann sexuell missbraucht

Prozess in Leipzig: Kind mit Computerspielen angelockt und dann sexuell missbraucht

Er ließ einen Zehnjährigen mit seiner Playstation spielen und soll dafür Sex verlangt haben: Ein mutmaßlicher Kinderschänder muss sich seit gestern vor dem Landgericht verantworten.

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Der Angeklagte im Gerichtssaal.

Quelle: André Kempner

Die Staatsanwaltschaft wirft Denis R. (26) schweren sexuellen Missbrauch in 38 Fällen vor.

Laut Anklage könnten es sogar noch mehr sexuelle Übergriffe gewesen sein, die sich zwischen 9. April und 10. November vorigen Jahres ereignet haben. Tatort sei in allen Fällen die Wohnung des Angeklagten in der Breisgaustraße in Grünau gewesen. Hier habe Denis R. in mindestens 35 Fällen am Geschlechtsteil des Jungen manipuliert oder das Kind zu solchen Handlungen gedrängt, schilderte Staatsanwältin Franziska Rüdiger. In drei Fällen habe der Angeklagte den minderjährigen Schüler auch zum Analverkehr gezwungen.

Dabei soll sich der Grünauer nicht zum ersten Mal massiv an Kindern vergriffen haben. Bereits am 6. Juli 2009 verurteilte ihn das Amtsgericht Leipzig wegen schweren sexuellen Missbrauchs in insgesamt 13 Fällen zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren.

Aus diesem Grund hatte die Staatsanwaltschaft bereits vor dem gestern begonnenen Prozess angeregt, den Angeklagten psychiatrisch begutachten zu lassen. "Die aktuellen Tatvorwürfe sind ähnlich wie jene aus dem Jahr 2009", erklärte die Vorsitzende Richterin Sylvia Bittner. Deshalb wollte die 3. Strafkammer auch prüfen, ob die Verhängung einer Sicherungsverwahrung in Betracht kommt. Diese wird nach Vollzug der Haftstrafe angetreten und dient dazu, die Allgemeinheit vor gefährlichen Straftätern zu schützen.

Ein Facharzt für Psychiatrie des Krankenhauses Altscherbitz soll deshalb unter anderem prüfen, ob bei Denis R. ein Hang zu erheblichen Straftaten festzustellen ist und ob von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Darüber hinaus erwartet die Strafkammer von dem Sachverständigen Aussagen dazu, ob der junge Mann etwa unter einer krankhaften seelischen Störung oder schweren Abartigkeit leidet - dies könnten Gründe für eine Schuldunfähigkeit sein.

Denis R. war am 15. November vorigen Jahres festgenommen worden, sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die 3. Strafkammer hat für den Prozess zunächst drei Verhandlungstage bis Anfang Juni anberaumt. Durch die nachträgliche Beauftragung des psychiatrischen Gutachters verzögert sich das Verfahren nach Angaben des Gerichts jedoch etwas. Zum Prozessauftakt wurden noch keinerlei Zeugen vernommen. Der Angeklagte schwieg zu den erhobenen Vorwürfen. Allerdings hat sein Verteidiger Wolfgang Männel für den nächsten Prozesstag in zwei Wochen eine Erklärung angekündigt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.05.2014

Frank Döring

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