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Prozess in Leipzig: Teenager an Bett gefesselt und missbraucht

Prozess in Leipzig Prozess in Leipzig: Teenager an Bett gefesselt und missbraucht

Die Taten liegen Jahre zurück, doch für die Opfer werden sie wohl nie vergessen sein: Zwischen Sommer 2010 und Herbst 2012 sollen im Leipziger Stadtteil Böhlitz-Ehrenberg zwei Teenager sexuell missbraucht worden sein – zum Teil mit brutaler Gewalt.

Am Freitag wird der Prozess um sexuellen Missbrauch am Landgericht fortgesetzt.
 

Quelle: Andreas Döring

Leipzig.  Die Taten liegen Jahre zurück, doch für die Opfer werden sie wohl nie vergessen sein: Zwischen Sommer 2010 und Herbst 2012 sollen im Leipziger Stadtteil Böhlitz-Ehrenberg zwei Teenager sexuell missbraucht worden sein – zum Teil mit brutaler Gewalt. Seit Montag muss sich deshalb ein 65-jähriger Leipziger am Landgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft Wolfgang E. Missbrauch von Jugendlichen in drei Fällen in Tateinheit mit sexueller Nötigung und schwerer Vergewaltigung vor. Demnach bekam der Mann im Jahr 2010 oder 2011 – genaue Tatzeiten liegen den Ermittlern nicht vor – in seiner Wohnung in Böhlitz-Ehrenberg mehrfach Besuch von Jugendlichen. Auch der damals 14-jährige Tom K. (*) gehörte zum Bekanntenkreis des deutlich älteren Mannes. An einem Sommerabend aßen sie gemeinsam Abendbrot. Danach verabreichte der Gastgeber dem Schüler Sauren Apfel mit einem Alkoholgehalt von 16 Prozent. Als der angetrunkene Jugendliche kaum noch zu einer Gegenwehr imstande war, soll sich der Mann an ihm vergangen haben.

Einige Wochen später kam es laut Anklage erneut zu einem sexuellen Übergriff in der Wohnung von Wolfgang E. Wieder hatte er mehrere Jugendliche zu Gast. Tom K. soll er unter einem Vorwand in sein Schlafzimmer gelockt und erneut missbraucht haben. Der 14-Jährige habe es aufgrund der körperlichen Übermacht des Täters und aus Angst geschehen lassen, heißt es in der Anklage.

Denn Wolfgang E. war nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden durchaus dazu bereit, rücksichtslos Gewalt anzuwenden. So soll er sich an einem Tag zwischen Sommer und Herbst 2011 oder 2012 – auch in diesem Fall lässt sich der Tatzeitraum für die Staatsanwaltschaft nicht näher eingrenzen – brutal an dem damals 16-jährigen Sebastian P. vergangen haben. Laut Anklage schloss er die Tür seiner Wohnung ab, zerrte sein Opfer gegen dessen Willen ins Schlafzimmer, setzte sich auf den Jungen, um ihm die Hose auszuziehen. Sebastian P. schlug aus Angst um sich, daraufhin fesselte ihn der kräftige Mann mit Kabelbindern am Bettpfosten, so die Staatsanwaltschaft. Weil sich der Teenager weiter gegen die sexuellen Übergriffe wehrte, soll ihn Wolfgang E. geschlagen und bedroht haben: Wenn er nicht still liegenbleibe, werde er ihm die Arme abschneiden. Nach der Tat musste der Junge noch eine halbe Stunde gefesselt im Bett bleiben, ehe er von seinem Peiniger befreit wurde.

Auf Vorschlag der 8. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Rüdiger Harr einigten sich die Verfahrensbeteiligten zum Prozessauftakt: Sofern der Angeklagte ein glaubhaftes Geständnis ablegt, hat er nur eine Freiheitsstrafe zwischen 20 und 24 Monaten zu fürchten, die wohl zur Bewährung ausgesetzt wird. Die Tatvorwürfe seien „absolut gravierend“, sagte Harr. Allerdings sei eine Aufklärung schwierig. Zumal man den Opfern eine Vernehmung vor Gericht ersparen wolle, damit sie nicht alles noch einmal durchleben müssten. Für den nächsten Prozesstermin an diesem Freitag wird eine Aussage von Wolfgang E. erwartet.

(*Namen der Opfer geändert)

Von Frank Döring

Leipzig 51.339695 12.373075
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