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Prozess um Brandserie: Angeklagter fehlt, weil er im Knast sitzt

Amtsgericht Leipzig Prozess um Brandserie: Angeklagter fehlt, weil er im Knast sitzt

Ein 28-Jähriger und ein 17-Jähriger sollen zwischen Dezember 2014 und September 2015 mit wechselnder Beteiligung in sieben Fällen gezündelt und damit einen Gesamtschaden in Höhe von mehr als 44 000 Euro angerichtet haben. Zum Prozessauftakt am Montagmorgen fehlte allerdings einer der Angeklagten. Was nicht gleich klar war: Der Mann saß hinter Gittern, so dass ihn offenbar gar keine Ladung erreicht hatte.

Weil ein Angeklagter fehlte, konnte der Prozess am Leipziger Amtsgericht nicht starten.

Quelle: LVZ

Leipzig. Ihnen wird eine regelrechte Brandserie zur Last gelegt: Ein 28-Jähriger und ein 17-Jähriger sollen zwischen Dezember 2014 und September 2015 mit wechselnder Beteiligung in sieben Fällen gezündelt und damit einen Gesamtschaden in Höhe von mehr als 44 000 Euro angerichtet haben. Zum Prozessauftakt am Montagmorgen fehlte allerdings einer der Angeklagten. Was nicht gleich klar war: Der Mann saß hinter Gittern, so dass ihn offenbar gar keine Ladung erreicht hatte.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die mutmaßlichen Brandstifter unter anderem, Feuer in der Gartenanlage Nordstern in Mockau sowie in einer Lagerhalle in der Zschopauer Straße in Thekla gelegt zu haben. Beide Taten ereigneten sich am 6. März 2015. Wochen später gingen weitere Gartenlauben in Flammen auf. Hoher Schaden entstand auch bei einem Kellerbrand in der Rosenowstraße. Bei einem Containerbrand griffen die Flammen sogar auf ein Wohnhaus über und beschädigten die Fassade.

Zum Beginn der Hauptverhandlung wurde allerdings nur der Jugendliche in Handschellen vorgeführt. Sein elf Jahre älterer Komplize blieb unentschuldigt fern, selbst seine Verteidigung hatte keinerlei Kontakt.

Deshalb wurde gestern die Polizei losgeschickt, um ihn ausfindig zu machen. Zwischenzeitlich erwog das Gericht sogar, gegen den Angeklagten einen Haftbefehl zu erlassen, weil er sich einem Verfahren bewusst entziehe, wie es hieß.

Bekannt war, dass der Mann zuletzt in einem Wohnprojekt lebte, dort aber im Sommer auszog und von einer Beratungsstelle für Obdachlose betreut wurde. Über diese Adresse wurde er laut Gericht auch am 12. Oktober geladen. Und das war womöglich das Problem.

Wie kurzfristig bekannt wurde, hatte ein Gericht in einem anderen Bundesland den Beschuldigten im Juni wegen Diebstahls zu drei Monaten Haft verurteilt. Die Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt Also musste der Mann in Haft. Gestern stellte sich nun nach einiger Recherche heraus: Der gesuchte Angeklagte sitzt seit 11. Oktober in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Leipzig, so dass er die einen Tag später zugestellte Ladung zur Hauptverhandlung an diesem Montag wohl gar nicht bekommen konnte.

Weil eine sofortige Vorführung des Angeklagten aus der JVA ins Amtsgericht den ohnehin schon arg gedehnten Zeitplan überfordert hätte, entschied das Gericht, den Prozess auf Dezember zu verschieben – dann mit allen beiden Angeklagten. Zehn Zeugen sollen dabei gehört werden, zwei Verhandlungstage sind vorgesehen.

Von Frank Döring

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