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Prozess um Crystal-Grundstoff: Zoff zwischen Verteidigung und Anklage

Landgericht Leipzig Prozess um Crystal-Grundstoff: Zoff zwischen Verteidigung und Anklage

Nichts als Ärger im Chlorephedrin-Fall am Leipziger Landgericht: Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Beteiligte eines Deals um den Crystal-Grundstoff hagelte es am Donnerstag erneut massive Kritik an der Staatsanwaltschaft.

Noch bis März 2016 soll der Drogenprozess andauern.

Quelle: Kempner

Leipzig. Nichts als Ärger im Chlorephedrin-Fall am Landgericht: Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Beteiligte eines Deals um den Crystal-Grundstoff hagelte es am Donnerstag erneut massive Kritik an der Staatsanwaltschaft.

Alles begann Ende vorigen Jahres als große Erfolgsgeschichte. Da meldete das Bundeskriminalamt die Beschlagnahmung von 2,9 Tonnen Chlorephedrin. Immerhin war man damit auf den Grundstoff für die Produktion von 2,3 Tonnen Crystal im Straßenverkaufswert von 184 Millionen Euro gestoßen.

Allerdings: In dem komplexen Verfahren gab es bisher zwar mehrere Prozesse, jedoch kaum Verurteilungen. Zwei Helfer des Drogen-Netzwerks, die Ukrainerin Lina B. (25) und der Armenier Armen T. (23), bekamen im September Bewährungsstrafen. Die Verhandlung gegen den Hauptangeklagten, den Leipziger Pharmahändler Peter F. (33), und einen Mitbeschuldigten, war bereits im Juni geplatzt, nachdem ohnehin nur ein Bruchteil der Anklage überhaupt zugelassen worden war – Fortsetzung folgt.

Auch der Prozess gegen die Armenier Grigori A. (26) und Sahak M. (48) – zwei mutmaßliche Helfer in dem deutsch-tschechischen Drogen-Netzwerk – musste gestern noch einmal von vorn beginnen, nachdem es in der Erstauflage vor einem Monat zu erheblichen prozessualen Problemen gekommen war. So beschwerte sich das Landgericht damals bei der Staatsanwaltschaft wegen ständiger Nachreichungen von Ordnern, die Verteidiger widersprachen gar der Verwertung aller Ermittlungsergebnisse.

In dieser Tonlage ging es gestern zunächst weiter. „Ich will eine verbindliche Erklärung der Staatsanwaltschaft, dass die Akten nunmehr vollständig sind“, so einer der Verteidiger, Professor Endrik Wilhelm. „Andernfalls beantrage ich eine Aussetzung des Verfahrens.“ Auch sein Verteidigerkollege Frank Wilhelm Drücke monierte das Vorgehen der Anklagebehörde. „Es werden sinn- und strukturfrei Ermittlungsunterlagen nachgeschoben, wir müssen wissen, worüber wir reden.“

Ursprünglich war von der Anklage nur ein Tatvorwurf übrig geblieben: Demnach sollen Grigori A. und Sahak M. in ein krummes Geschäft verwickelt gewesen sein, bei dem es nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft um vier Kilo Crystal als Entgelt für 20 Kilo Chlorephedrin gegangen sei. Grigori A. (26) werden noch zwei weitere Delikte angelastet.

Aus Sicht der 8. Strafkammer hat die Staatsanwaltschaft seit der geplatzten Erstauflage des Prozesses in erforderlichem Umfang nachgearbeitet. „Wir erachten das als tragfähige Grundlage, um sachgerecht entscheiden zu können“, sagte der Vorsitzende Rüdiger Harr. Gegenwärtig sind für den Prozess noch Verhandlungstermine bis März 2016 geplant.

Von Frank Döring

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