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Prozess um Horror-Unfall auf der A14 bei Leipzig: Tierhalter weist Schuld von sich

Prozess um Horror-Unfall auf der A14 bei Leipzig: Tierhalter weist Schuld von sich

Juli 2010 gegen 23.10 Uhr. "Ich konnte nichts mehr machen. Ich bin voll gegen eine Kuh geprallt", gab ein betroffener Fahrer später zu Protokoll. Zwischen den Abfahrten Leipzig-Mitte und -Radefeld irrten auf der A 14 Richtung Magdeburg zwei Rinder umher.

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Angeklagter Jürgen N.

Quelle: Christian Nitsche

Es war der 29. Ein VW Jetta raste gegen ein Tier - der 46-jährige Fahrer starb an der Unfallstelle. Fünf weitere Autos konnten nicht mehr ausweichen. Es kam zu einer Massenkarambolage, bei der fünf Fahrer beziehungsweise Insassen verletzt wurden.

Das Amtsgericht hielt Tierhalter Jürgen N. aus dem Landkreis Nordsachsen für verantwortlich, weil er für eine ordnungsgemäße Umzäunung hätte sorgen müssen. Das umfasse, beschädigte und morsche Pfosten auszuwechseln und eine funktionierende Stromversorgung zu garantieren. Fünf Tiere hatten von der etwa anderthalb Kilometer entfernten Weide entkommen können. Das Gericht verhängte eine Strafe von 165 Tagessätzen à 65 Euro. Weil die Staatsanwaltschaft diese Sanktion für zu niedrig hielt, war auch die Behörde in Berufung gegangen. Sie hatte für neun Monate Haft plädiert.

Jürgen N. beschrieb gestern wortreich, dass er all seinen Pflichten nachgekommen sei und deshalb auch die Beschaffenheit des Zauns kontrolliert und ihn repariert habe. Die für die Stromversorgung zuständige Batterie sei leider kurz vorher gestohlen worden. "Die Rinder müssen durch irgendetwas verschreckt worden sein", meinte der Maschinenbauingenieur. Sein Verteidiger Christoph von Bauer möchte einen Freispruch erwirken oder zumindest keine Verurteilung seines Mandanten wegen fahrlässiger Tötung. Denn der Fahrer des VW Jetta, das spätere Todesopfer, sei von Wagen, die damals in die Unfallstelle rasten, überrollt worden. Außerdem hatte Dekra-Sachverständiger Peter Schrader gestern erklärt, dass die Karambolage für alle beteiligten Fahrer vermeidbar gewesen wäre, hätten sie das Fernlicht eingeschaltet. Untersuchungen zufolge waren sie mit Abblendlicht unterwegs. An der Unfallstelle gab es kein Tempolimit. Von Bauer warf zudem die Frage auf, warum die Polizei - vor dem Unfall - keine geeigneten Maßnahmen wie Sperrung oder Geschwindigkeitsbegrenzungen ergriffen hat. Sie war bereits 21.45 Uhr per Notruf über Kühe auf der A 14 informiert worden. Ein Team der Autobahnpolizei suchte den Abschnitt erfolglos ab. 23 Uhr wurde der Einsatz abgebrochen, zehn Minuten später krachte es. Prozessfortsetzung: 5. September.z

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.08.2013

Sabine Kreuz

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