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Polizeiticker Leipzig Prozess um Messerstecher aus der Kohlgartenstraße
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Prozess um Messerstecher aus der Kohlgartenstraße
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23:00 12.04.2017
Morad B. (rechts) am Mittwoch auf dem Weg in den Gerichtssaal.  Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

 Er soll mit einem Messer auf einen Landsmann losgegangen sein, um ihn zu töten: Morad B. (33), Schreiner aus Tunesien, ist angeklagt wegen versuchten Mordes. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zur Last, am 1. Oktober 2016 gegen 4.50 Uhr vor dem Lokal „Holiday“ in der Kohlgartenstraße mit einem Messer zweimal auf Wissem B. eingestochen zu haben. Das Opfer zog sich bei der Attacke Stichverletzungen im Bereich des Brustkorbs sowie am linken Arm zu. Am Mittwoch begann am Leipziger Landgericht der Prozess.

Laut Anklage griff Morad B. an, um seinen Widersacher zu verletzen, habe dabei aber billigend in Kauf genommen, dass die Verletzungen den Kontrahenten auch hätten töten können. Bei dem Streit soll es um eine Frau gegangen sein. Hinzu kommt aus Sicht der Staatsanwaltschaft: Bei der Auseinandersetzung habe der Angeklagte das Messer zunächst in seinem Ärmel versteckt und dann plötzlich hervorgeholt, um Wissem B. damit zu attackieren. Die Anklagebehörde wertet dies als Heimtücke, was im geltenden Strafrecht als Mordmerkmal gilt.

Somit warf Staatsanwalt Torsten Naumann dem Angeklagten zum Prozessauftakt versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor.

Morad B. war mehr als ein Vierteljahr nach der Bluttat, am 25. Januar 2017, festgenommen worden, sitzt seither in Untersuchungshaft. Im bisherigen Ermittlungsverfahren soll der Tunesier bestritten haben, etwas mit dem Mordversuch zu tun zu haben. Zum Prozessauftakt blieb es zunächst nur bei der Verlesung der Anklageschrift, da ein psychiatrischer Sachverständiger, der den Beschuldigten begutachten soll, erst zum nächsten Verhandlungstag am 28. April anwesend sein wird. Für diesen Termin kündigte Verteidiger Ralf Juhnke auch eine Erklärung seines Mandanten an.

Die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Hans Jagenlauf hat für den Prozess noch vier Verhandlungstage bis Mitte Mai geplant.

Von Frank Döring

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