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Prozess um Mord im Grünauer Fahrstuhl wird Lang

Landgericht Prozess um Mord im Grünauer Fahrstuhl wird Lang

Das Landgericht Leipzig stellt sich im Fall des Mordes in einem Grünauer Fahrstuhlschacht auf ein langwieriges Verfahren ein. Beginn ist am 20. August; vorläufig geplanter Abschluss am 4. Januar.

(Symbolfoto)

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. "Möglicherweise zieht sich der Prozess aber auch weit bis in das neue Jahr hinein", wie ein Gerichtssprecher gestern auf Anfrage sagte.

 Grund: Der 29-jährige Angeklagte bestreitet das Verbrechen. Anhand einer Indizienkette will die Staatsanwaltschaft Sebastian T. jedoch nachweisen, dass er am 16. September 2013 einen 22-jährigen Bekannten unter einem Vorwand zum Fahrstuhlschacht in einen 16-Geschosser in der Stuttgarter Allee lockte, die Türen in der 14. Etage mit einem Werkzeug öffnete und das unter Drogen stehende Opfer hinunterstieß. In ihrer Anklage stützt sich die Behörde dabei unter anderem auf technische Untersuchungen an dem Lift, die darauf hinweisen, dass es sich nicht um einen Selbstmord gehandelt haben kann. Auch eine technische Ursache komme nicht infrage, meinen die Ankläger. Gutachter schließen zudem aus, dass sich in einer oberen Etage auf Knopfdruck die Aufzugstür öffnete, obwohl die Kabine im Erdgeschoss festhing.

 Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich der Beschuldigte, der selbst in dem 16-Geschosser in der Stuttgarter Allee gewohnt hat, dieses sowie eines weiteren lästigen Zeugen seiner Straftaten entledigen wollte. Sebastian T. soll nur eine Woche vor dem Mord versucht haben, einen weiteren Bekannten, einen 20 Jahre alten Mann, umzubringen. Die Ermittler sind überzeugt davon, dass er in der Nacht zum 11. September 2013 das Opfer, dem Beruhigungsmittel eingeflößt worden seien, zwischen Rückmarsdorf und Markranstädt auf Bahngleise legte. Der Betroffene wurde erfasst, überlebte aber schwer verletzt - und wird einer der wichtigsten Zeugen in dem Verfahren um Mord sowie um versuchten Mord sein.

 Die zwei Opfer fungierten offenbar als Strohmänner für den Angeklagten bei dessen Betrug via Internet. T. soll befürchtet haben, so Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz, sie "könnten zur Entdeckung der Taten und damit zur Überführung des wegen Betruges bereits mehrfach vorbestraften Angeklagten beitragen". Bei beiden Verbrechen geht die Behörde von Heimtücke und niedrigen Beweggründen aus. Sebastian T. werden zudem acht Fälle der schweren Brandstiftung angelastet, sieben davon begangen in seinem damaligen Wohnhaus, dem 16-Geschosser in der Stuttgarter Allee.

 Dass der 29-Jährige dringend tatverdächtig ist, meint auch das Oberlandesgericht Dresden. Es ordnete bei einer Haftprüfung am 9. Juni 2015 die Fortdauer der Untersuchungshaft an.

 Die 1. Strafkammer des Landgerichts hat bislang 31 Verhandlungstage eingeplant. Voraussichtlich werden 30 bis 40 Zeugen gehört sowie eine Reihe von Sachverständigen, darunter mehrere Rechtsmediziner und Technik-Experten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.07.2015
Kreuz, Sabine

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