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Polizeiticker Leipzig Prozess um linksextreme Krawalle: Angeklagter will doch noch aussagen
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Prozess um linksextreme Krawalle: Angeklagter will doch noch aussagen
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22:16 22.03.2018
Feature Landgericht Leipzig Foto: Andreas DÃring (Doering) Quelle: Andreas Doering
Leipzig

Gibt es im Prozess um die schweren linksextremistischen Krawalle vor drei Jahren in Leipzig doch noch ein Geständnis? Der Verteidiger des angeklagten Studenten kündigte am Donnerstagnachmittag am Landgericht eine Erklärung seines Mandanten für einen der nächsten Verhandlungstage an.

DNA des Angeklagten an zwei Tatorten gesichert

Johann G. (25) war, wie berichtet, im Juni 2017 vom Amtsgericht wegen Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, doch sowohl Anklage als auch Verteidigung gingen dagegen in Berufung. Die Beweislage scheint eindeutig zu sein: An zwei Tatorten wurden Steine mit DNA des Angeklagten gesichert – sowohl am Amtsgericht in der Bernhard-Göring-Straße, wo im Zuge einer unangemeldeten linken Demo 40 Scheiben zerstört wurden, als auch an einem Friseursalon am Dittrichring, der von einem AfD-Funktionär betrieben wird, wo alle vier Schaufenster eingeworfen wurden.

Alibizeuge wegen Falschaussage im Visier

Johann G. ließ jedoch in erster Instanz über seinen Verteidiger Christian Avenarius eine Erklärung abgeben, er habe lediglich auf die Steine geniest, weil er damals schwer erkältet gewesen sei. Mit den massiven Angriffen habe er nichts zu tun. Flankierend trat der vermeintliche Entlastungszeuge Lukas W. (25) auf, der behauptete, sich zur Tatzeit mit dem Angeklagten getroffen zu haben. Beide hätten an der Demo nicht teilgenommen. Bereits im Sommer 2016, nachdem bei Johann G. eine Hausdurchsuchung war, habe dieser ihn gefragt, so Lukas W., ob er aussagen würde, dass man sich an dem fraglichen Tag gesehen habe.

Vernommen wurde dieser überraschende Alibizeuge ausschließlich von Amtsrichterin Ute Fritsch, die am Donnerstag im Landgerichtsprozess dazu Fragen beantworten musste. Denn in der Berufungsverhandlung schwieg Lukas W. und machte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, da gegen ihn inzwischen wegen uneidlicher Falschaussage ermittelt wird.

600 Autonome zogen randalierend durch Leipzig

Bei der fraglichen Demo am 15. Januar 2015 zogen mehr als 600 Autonome durch die Innenstadt, nahmen Gerichte, Banken und andere Gebäude mit Pflastersteinen unter Beschuss, griffen auch Polizeifahrzeuge an. Der Gesamtschaden lag bei mehr als 35.000 Euro. Fast alle Ermittlungsverfahren wurden mittlerweile eingestellt.

Von Frank Döring

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