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Polizeiticker Leipzig Prozess um verscharrtes Mordopfer – ein Angeklagter fehlt
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Prozess um verscharrtes Mordopfer – ein Angeklagter fehlt
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15:29 17.05.2018
Vor Prozessbeginn: Hüseyin D. (Mitte) mit seinen Verteidigern Curt-Matthias Engel und Ines Kilian. Quelle: Foto: Christian Modla
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Leipzig

Auftakt mit Hindernissen: Noch vor Verlesung der Anklage vertagt das Landgericht am Mittwoch den Prozess um einen spektakulären Mordfall aus Leipzig. Drei Männer sollen bereits im September 2014 einen türkischen Geschäftspartner in Eutritzsch getötet und seine Leiche dort verscharrt haben. Erst drei Jahre später grub die Polizei – nach einem Hinweis – die sterblichen Überreste von Mehmet I. (42) auf einem Grundstück an der Dessauer Straße wieder aus und nahm das Trio fest.

Einer jedoch fehlt am Mittwoch: Ismail Ö. (23) liege in der Türkei in einem Krankenhaus, sei am vorigen Samstag wegen einer akuten psychotischen Erkrankung in die Klinik eingewiesen worden, klärt sein Verteidiger Frank Wilhelm Drücke auf. Dass sich Ismail Ö. überhaupt auf freiem Fuß befindet, überrascht. Das Landgericht hob bereits am 31. Januar 2018 den Haftbefehl gegen ihn auf. Begründung der damals zuständigen 2. Strafkammer: kein dringender Tatverdacht.

Die nun mit dem Fall befasste 3. Strafkammer wiederum erließ bereits am 10. April – auf Antrag der Staatsanwaltschaft – einen neuen Haftbefehl. Verteidiger Drücke: „Sind Sie klüger als die 2. Kammer?“ Darauf der Vorsitzende Richter Norbert Göbel: „Die Sachlage hat sich geändert.“ Die Staatsanwaltschaft erhob eine Woche nach der Freilassung des 23-Jährigen, am 8. Februar, Anklage – auch gegen ihn.

Drücke meint, sein Mandant werde voraussichtlich am nächsten Prozesstag, dem 7. Juni, kommen und beantragt, ihm freies Geleit zu gewähren. Erst dann soll auch die Anklage verlesen werden.

Die Staatsanwaltschaft hält Hüseyin D. (49), einen Deutschen türkischer Herkunft, für den Hauptangeklagten und wirft ihm Mord vor. Auf seine Veranlassung sollen die zwei Mittäter das spätere Opfer gefesselt und mit Klebeband umwickelt haben. Und auf sein Geheiß hin soll auch der 23-jährige Ismail Ö. den 42-jährigen Geschädigten erwürgt haben. Den beiden Mitbeschuldigten wird gemeinschaftlicher Totschlag angelastet. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Hauptangeklagte Hüseyin D. aus Wut über Beleidigungen und wiederholte Geldforderungen des späteren Opfers den Mordplan schmiedete.

Ans Licht kam der Fall dem Vernehmen nach überhaupt erst durch den dritten Angeklagten – den Bosnier Hasan M. (45). Er soll bei der Polizei Angaben gemacht und die entscheidenden Hinweise zum Fundort der Leiche gegeben haben. Der 45-Jährige steht unter dem besonderen Schutz des Landeskriminalamtes Sachsen. Auch deshalb wird der Prozess unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen geführt. Unter anderem müssen sich Zuschauer ausweisen, werden kontrolliert und ihre Personalien dokumentiert. Vorerst hat die 3. Strafkammer noch Verhandlungstermine bis 8. November anberaumt.

Von Sabine Kreuz

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