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Prozessauftakt gegen notorischen Parfüm-Dieb in Leipzig: Angeklagter offenbar schuldunfähig

Prozessauftakt gegen notorischen Parfüm-Dieb in Leipzig: Angeklagter offenbar schuldunfähig

Überwachungskameras hielten ihn immer wieder fest: Den hochgewachsenen jungen Mann in roter Jacke, der ungeniert in der Parfüm-Abteilung großer City-Kaufhäuser gestohlen hat.

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Prozessauftakt gegen notorischen Parfüm-Dieb in Leipzig. Friso Gentsch/Symbolbild

Quelle: dpa

Er griff vor allem nach teurer Marken-Ware. Um fünf Flakons für gut 500 Euro handelte es sich zum Beispiel am 25. April 2013. Beinahe täglich ging Markus T. im Frühjahr vorigen Jahres auf Beutetour durch die Leipziger Innenstadt. Außer auf Kosmetikartikel hatte er es auf technische Geräte abgesehen. Mal handelte es sich um eine Digitalkamera, dann um mehrere MP-3-Player oder ein Mobiltelefon. Aber auch Alkohol und Zigaretten konnte er gebrauchen, gelegentlich Bekleidung sowie Schuhe. Als ihn Ärzte in einer Klinik wegen Schmerzen nicht behandeln wollten, warf er die Glastür mit einem Stein ein.

"Er wollte das Diebesgut veräußern, um sich davon Rauschgift kaufen zu können", sagte der Staatsanwalt gestern zu Beginn des Prozesses gegen den 29-jährigen Angeklagten am Landgericht. Die Liste der Vorwürfe ist lang. Es geht um mehr als 40 Fälle des Diebstahls. Einen Großteil davon räumte Markus T. auch ein, an einige Delikte wiederum konnte er sich nicht erinnern.

Der 29-Jährige, der aus dem vogtländischen Plauen stammt, hatte zwar eine behütete Kindheit. Mit bereits 14 Jahren begann er allerdings, Alkohol zu trinken. Ein Jahr später schon stieg er auf Rauschgift um, nahm die gefährliche Modedroge Chrystal, zeitweise auch Heroin.

Nach dem Abschluss der 10. Klasse begann er vier Lehrausbildungen, brach aber alle ab. Verdiente er zunächst bei Hilfsarbeiten noch etwas Geld, hat er inzwischen seit 2008 gar keine Beschäftigung mehr.

Derzeit ist er im Maßregelvollzug in Altscherbitz untergebracht. Denn nach Einschätzung eines Psychiaters leidet der 29-Jährige an einer paranoiden Schizophrenie. Der massive Betäubungsmittelmissbrauch hat die Krankheitssymptome offenbar noch extrem verstärkt.

Deshalb ging die Staatsanwaltschaft gestern davon aus, dass Markus T. für einen Teil der Anklagevorwürfe strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Aufgrund der psychischen Erkrankung sei er "nicht in der Lage gewesen, das Unrecht einzusehen". Ob er bei allen Straftaten 2013 schuldunfähig war, darüber muss nun die 6. Strafkammer des Landgerichts befinden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.07.2014

Sabine Kreuz

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