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Rätsel um den (fast) nackten Mann in Leipzig - Polizei: "Strafrechtlich nicht relevant"

Rätsel um den (fast) nackten Mann in Leipzig - Polizei: "Strafrechtlich nicht relevant"

Seine Anzugsordnung war stets gleich und den abendlich kühlen Außentemperaturen eher unangemessen. Karl C. (*) trug Polizeiangaben zufolge eine weiße Unterhose, einen blauen Müllsack und eine braune Umhängetasche.

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Quelle: Roland Weihrauch

Leipzig. Mit diesem Aufzug erregte der 51-Jährige in den vergangenen Wochen ein beträchtliches Aufsehen - und rief immer wieder die Polizei auf den Plan. Doch wer ist der Mann eigentlich?

Nach LVZ-Recherchen gehört er zum Psychiatrieverein Durchblick, ist dort Mitglied und arbeitete für den Vorstand. Der Verein versteht sich als solidarische Gemeinschaft von Psychiatrieerfahrenen, betreibt eine Begegnungsstätte, klärt über seelische Störungen auf, ist in der Krisenintervention tätig. Nachdem Karl C. immer wieder fast nackt im Stadtgebiet aufgegriffen wurde, habe der Verein ihn beurlaubt, berichtet Gründungsmitglied Rosi Haase.

Arbeitslosigkeit, Mobbing, persönliche Krisen - immer mehr Menschen könnten ihre Realität nicht ertragen, sagt sie. Was mit Karl C. los sei, wisse niemand genau. Haase spricht von einem "Ausnahmezustand". Und sie ist dankbar, wie viele Leipziger Anteil daran nahmen. "Die Leute haben sehr besorgt bei uns gefragt, wie sie helfen können." Karl C. sei inzwischen "in Sicherheit", werde in der Psychiatrie untersucht und behandelt.

Strafrechtlich relevant waren dessen halbnackte Ausflüge aber nicht, stellte Polizeisprecher Uwe Voigt klar. "Es handelt sich nicht um Erregung öffentlichen Ärgernisses", erklärte er. Exhibitionistische Handlungen konnten dem Mann im Müllsack ebenfalls nicht vorgeworfen werden. Auch eine Verurteilung wegen grob ungehöriger Handlungen - wie vor Jahren beim Freiburger Nacktläufer, der nur Schuhe und Strümpfe trug - droht nicht. Gegenüber Beamten soll Karl C. gesagt haben, der Aufzug sei Teil seiner Therapie. (* Name geändert)

Psychose-Seminar

von Gesundheitsamt und Durchblick-Verein jeden 1. Montag im Monat, 19 Uhr, Raum der Stille, Hainstraße 12.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.10.2013

Frank Döring

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