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Räuber bedroht Frau mit Kanüle - Täter legt vor Gericht Geständnis ab

Räuber bedroht Frau mit Kanüle - Täter legt vor Gericht Geständnis ab

Für Maria T. war es ein Alptraum: Als die Verkäuferin am 12. September 2011 auf dem Weg zu ihrer Arbeit an einer Ampelkreuzung stoppen musste, riss plötzlich ein Unbekannter die Beifahrertür ihres VW Golf auf und setzte sich auf den Sitz.

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Sitzt bereits hinter Gittern und wird mit Handschellen in den Gerichtssaal gebracht: Tino K., der den Angriff auf eine Autofahrerin gesteht.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Er bedrohte die Frau mit einer Kanüle.

"Die Nadel hielt er mir vor das Gesicht", berichtete die 30-Jährige gestern am Landgericht. "Er sagte: ,Fahr los.' Ich entgegnete: 'Nein.'" Das wiederholte sich. Dann habe sie sich losgeschnallt, um auszusteigen. In dem Moment ging von einem weiteren Pkw an der Kreuzung von Saalfelder und Lützner Straße die Tür auf - und der Täter flüchtete mit den Worten: "Ich habe doch nur 50 Euro gewollt..."

Zwei Jahre lang lag der Fall auf Eis, das Verfahren lief gegen unbekannt. Der Angreifer hatte allerdings auf dem Golf seine Fingerabdrücke hinterlassen. Bei einem Abgleich mit neu eingespeicherten Spuren in der Datenbank der Polizei erzielten Beamte im Oktober 2013 einen Treffer: Die Fingerabdrücke stammten von Tino K., 33, einem schwer Heroinabhängigen aus Leipzig, schon mehrfach vorbestraft wegen Diebstahls. Von Anfang an, so Verteidiger Jürgen Kohlen, "versuchte mein Mandant erst gar nicht, etwas in Abrede zu stellen". Auch gestern legte Tino K. ein Geständnis ab und entschuldigte sich beim Opfer. "Ich war an dem Tag nicht Herr meiner Sinne", so der Mann. Die Verkäuferin hatte wochenlang nicht Auto fahren können, unter Schlafstörungen gelitten. Gestern sagte sie: "Ich möchte endlich unter diese Sache einen Haken machen."

Wegen räuberischen Angriffs auf die Fahrerin verurteilte die 5. Strafkammer Tino K. zu vier Jahren Haft, ordnete zudem seine Unterbringung im Maßregelvollzug an, wo er sich einer Therapie unterziehen soll - und auch will. Etliche Entgiftungen hat er bereits hinter sich. Auf die Frage des Gerichts, wie lange er nach den Entlassungen jeweils clean war, sagte er: "Eine halbe Stunde." Seine Drogenkarriere begann, da war er 13 Jahre alt. Die Hochbauarbeiter-Lehre brach er ab. Vom Rauschgift ließ er jedoch, nachdem er in Bremen geheiratet und das Paar zwei Söhne bekommen hatte. Als die Ehe zerbrach, folgte 2007 die Rückkehr und der Totalabsturz in Leipzig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.07.2014

Sabine Kreuz

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