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Räuber in Sozialen Netzwerken: 56 Fälle zuletzt in Leipzig

Facebook- und PayPal-Fakes Räuber in Sozialen Netzwerken: 56 Fälle zuletzt in Leipzig

Gehackte Facebook-Accounts sind auch bei Leipziger Usern keine Seltenheit mehr. 56 Fälle registrierte die hiesige Polizei im vergangenen Jahr. Zuletzt gelang den Tätern dadurch sogar ein Fernzugriff auf das Smartphone des Geschädigten.

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Oh nein, mein Account wurde gehackt. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Gehackte Facebook-Accounts, fingierte Paypal-Profile und Smartphone-Fernzugriffe werden auch in Leipzig immer mehr zum Problem. Die Polizei hat in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 56 Fälle dokumentiert, bei denen Unbekannte von Usern Passwörter in sozialen Netzwerken geknackt, Profile übernommen und dann mit Hilfe von gefälschten Anfragen an PayPal und andere Dienste Geld von Konten abgebucht haben.

Zuletzt musste ein 23-jähriger Messestädter am vergangenen Montag feststellen, dass er keinen Zugriff mehr auf Facebook-Profil und Google-Konto hat, dass sogar durch den Android-Gerätemanager per Fernzugriff sein Smartphone gesperrt wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass der junge Mann für Facebook, Google und Android-Appstore jeweils dieselben Passwörter verwendet und die Räuber somit leichtes Spiel hatten.

Fingierte PayPal-SMS bestätigt – 200 Euro Schaden

Noch größerer Schaden entstand den Freunden des 23-Jährigen, die unvorsichtig auf fingierte Anfragen durch das gehackte Profils ihres Kumpels reagierten. Sie gaben den Räubern dabei bereitwillig ihre Handynummern heraus. Anschließend wurden damit Profile beim Online-Bezahldienst PayPal angelegt, erklärte Polizeisprecherin Katharina Geyer auf Nachfrage von LVZ.de am Mittwoch.

Eine 32-jährige Geschädigte bestätigte offenbar sogar eine folgende PayPal-SMS an ihr Telefon und musste später feststellen, dass damit 200 Euro vom Konto abgebucht worden waren. „Darüber hinaus gibt es auch Fälle, bei denen schädliche Apps auf den Smartphones installiert wurden“, so Geyer weiter. Wie dies den Tätern gelungen sein könnte, werde derzeit noch von den Ermittlern geprüft.

Die Polizeisprecherin wies am Mittwoch darauf hin, dass ein kurzes Innehalten und Nachdenken häufig vor größerem Schaden im Internet bewahren könne. Zudem sei es dringend ratsam, für verschiedene Dienste im Netz auch verschiedene Passwörter, bestenfalls sogar mehrere E-Mail-Adressen zu verwenden.

Empfehlungen der Leipziger Polizei zur Internet-Sicherheit im Überblick:

• Nutzen Sie immer unterschiedliche Passwörter!

• Halten Sie sich bei der Passwortwahl fern vom so genannten „Social Engineering“ – verwenden Sie nicht den Namen ihres Haustieres, Ihrer Tochter oder Ihres Großvaters!

• Nutzen Sie für unterschiedliche Dienste und Anwendungen verschiedene E-Mail-Adressen! Ein Beispiel: Alles was mit Geld zu tun hat (online banking), bekommt eine Mail, alles was mit sozialer Kommunikation (Twitter, Facebook, …) zu tun hat, bekommt eine andere! (unterschiedliche Passwörter verstehen sich dann auch von selbst)

• Nutzen Sie einen Sperrcode für den Bildschirm Ihres Handys (Wischcode, Pin oder Passwort) – dies verhindert das Überschreiben des Sperrcodes via Google „Fernsperrung“. Das gelingt nämlich nur, wenn das Handy über keine Bildschirmsperre verfügt.

• Wählen Sie auch beim Sperrcode für das Handy keine zu einfachen Passwörter!

• Seien Sie bei der Passwortwahl einfallsreich! Nutzen Sie keine Wörter aus Wörterbüchern, die lassen sich zu einfach knacken. Bauen Sie Sonderzeichen ein. Ein Beispiel: Aus dem einfachen Passwort „Heliumballon“ wird schnell „H3liumball0n!“ – und dabei kann ich es mir trotzdem gut merken, denn die 3 ist ein umgedrehtes „e“ und die 0 ist nur eine andere Form von einem „o“. Das Ausrufezeichen ist eine zusätzliche Sicherung, die man sich angewöhnen kann in Passwörtern an verschiedenen Stellen zu setzen.

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