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Raubserie mit Machete und Pistole: Opfer leidet unter Angstzuständen

Prozess in Leipzig Raubserie mit Machete und Pistole: Opfer leidet unter Angstzuständen

Wegen eines Überfalls auf eine Spielothek im Leipziger Süden stehen seit Mittwoch zwei mutmaßliche Täter vor Gericht. Eine dritte Angeklagte fehlte unentschuldigt, nach ihr wird jetzt per Haftbefehl gesucht.

Die Angeklagten mit Verteidigern und Dolmetscher.
 

Quelle: Christian Modla

Leipzig.  Sie wurde mit einer Machete bedroht und war fast eine Stunde in der Toilette eingesperrt: Gabriela K. (54) wird den Tag, als die Spielothek in der Arthur-Hoffmann-Straße überfallen wurde, wohl nie vergessen. Die Angestellte erlitt einen Schock, musste sich wegen fortwährender Angstzustände in ärztliche Behandlung begeben. Seit Mittwoch stehen die zwei mutmaßlichen Täter vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft Batuhan Y. (34) und Toni S. (25) vor, am 13. Februar dieses Jahres gegen 12.45 Uhr die Spielhalle im Leipziger Süden ausgeraubt und etwa 180 Euro erbeutet zu haben. Laut Anklage machte Toni S. mit einer martialisch aussehenden Machete, Klingenlänge: etwa 40 Zentimeter, eine Schlagbewegung in Richtung der völlig verängstigten Angestellten. Sein Komplize Batuhan Y. soll dann die Frau gezwungen haben, zur Toilette zu gehen und sie dort eingeschlossen haben. Aus dem Tresor sowie einem aufgebrochenen Spielautomaten erbeuteten sie insgesamt 180 Euro, so die Tatvorwürfe. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft war auch die 23-jährige Janin Z. an dem Überfall beteiligt. Sie soll die Spielothek vorher ausgespäht haben. Zum Prozessauftakt fehlte sie unentschuldigt, so dass nun per Haftbefehl nach ihr gefahndet wird. Ihre beiden Mittäter sitzen bereits seit Längerem in Untersuchungshaft.

Der Fall reihte sich Anfang des Jahres ein in eine ganze Serie von Raubüberfällen. Zur Aufklärung hatte die Polizei sogar eine eigene Ermittlungsgruppe gebildet. Die Kripo war sich damals sicher, dass die Täter aus dem Milieu der Eisenbahnstraße stammen und gemeinsam in unterschiedlicher Konstellation die verschiedenen Überfälle verübt haben (die LVZ berichtete).

So wird Batuhan Y. auch beschuldigt, gemeinsam mit zwei namentlich bekannten Komplizen am 15. Januar 2017 eine Spielothek in der Dresdner Straße ausgeraubt zu haben. Gegen 10 Uhr stürmten drei vermummte Männer den Laden, einer zückte eine täuschend echt aussehende Schreckschusspistole, bedrohte damit die Angestellte (40) und forderte Geld. Der gebürtige Türke ist zudem wegen eines gescheiterten Einbruchs in eine Bäckerei in der Stötteritzer Straße angeklagt.

Toni S. soll hingegen noch in weiteren Fällen mit seiner Machete unterwegs gewesen sein, führte Staatsanwalt Eike Gildemeister zu Prozessbeginn aus. Demnach habe er am 16. Februar gegen 12.45 Uhr in einem Gemüseladen in der Eisenbahnstraße eine Angestellte (61) und einen Kunden (54) mit der Waffe bedroht, die Kasse beschädigt und eine dreistellige Bargeldsumme geraubt. Am selben Tag, etwa eine Stunde später, soll Toni S. auch ein Blumengeschäft in der Ostheimstraße in Sellerhausen-Stünz überfallen und versucht haben, der Inhaberin einen Ellenbogenstoß zu versetzen. Auch hier verschwand ein dreistelliger Geldbetrag aus der Kasse.

Die Angeklagten werden deshalb wegen gemeinschaftlichen besonders schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung angeklagt, Batuhan Y. zudem wegen schwerer räuberischer Erpressung und Toni S. wegen besonders schweren Raubs sowie gefährlicher Körperverletzung.

Die 5. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Berthold Pfuhl hat für den Prozess noch acht Verhandlungstage bis Anfang Dezember vorgesehen. An einem der nächsten Prozesstermine wollen die Angeklagten eine Erklärung zu den Anschuldigungen abgeben. Zum Auftakt am Mittwoch schwiegen sie.

Von Frank Döring

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