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Raubüberfälle auf Leipziger Supermärkte: Polizei lässt Kaufhallen verstärkt überwachen

Raubüberfälle auf Leipziger Supermärkte: Polizei lässt Kaufhallen verstärkt überwachen

Leipzig. Die Masche war bei beiden Überfällen die gleiche: Mit vorgehaltener Waffe betrat ein maskierter Täter in dieser Woche kurz nach Ladenschluss zwei Leipziger Supermärkte und forderte von den Verkäuferinnen die Herausgabe der Tageseinnahmen.

Laut Polizei konnte der etwa 40 Jahre alte Mann mit unecht wirkendem Bart in Dölitz-Dösen und Plagwitz dabei jeweils einen vierstelligen Geldbetrag erbeuten. Die Ermittler wollen nun durch verstärkte Kontrollen weitere Überfälle verhindern.

„Die Polizeistreifen werden besonders sensibilisiert, vor Supermärkten nach verdächtigen Personenbewegungen zu schauen“, sagte Polizeisprecher Mario Weigelt am Mittwoch gegenüber LVZ-Online. Auch die Betreiber von Kaufhallen und Geschäfte würden zu erhöhter Aufmerksamkeit und Vorsicht aufgerufen. So sollten die Mitarbeiter niemandem gegenüber preisgeben, wo zum Beispiel Wocheneinnahmen aufbewahrt und wann diese abgeholt werden. „Das Motiv für die Taten ist bislang noch unklar“, so Weigelt. Möglich sei aber, dass die Supermärkte ganz gezielt ausgewählt und überfallen wurden.

Markante Details könnten zum Täter führen

Sowohl am Montag- als auch am Dienstagabend kamen die herbeigerufenen Ordnungshüter zu spät. „Trotz ohne großer Verzögerung eingeleiteter Suche konnte der Räuber nicht gefasst werden“, berichtete Polizeisprecherin Anke Fittkau. Bei dem Überfall am Dienstag in Plagwitz erlitt eine 49-Jährige Verkäuferin einen Schock und musste medizinisch behandelt werden. Weigelt betonte, dass Ladenmitarbeiter im Falle eines Raubangriffs keinesfalls Gegenwehr leisten, sondern sich stattdessen auf eine präzise Beschreibung des Täters konzentrieren sollten. „Wichtig sind dabei markante Sachen, also neben dem Erscheinungsbild besonders die Gangart, Tätowierungen oder auch Narben“, so der Polizeisprecher.

Diese Details könnten für die Ermittler auch nach den jüngsten Raubüberfällen eine erste Spur zum Täter sein. Der etwa 40 Jahre alte Mann, der am Montag gegen 20 Uhr den Aldi-Supermarkt in der Dölitzer Friederikenstraße überfiel und tags darauf zur gleichen Zeit im Lidl-Supermarkt in der Zschocherschen Straße zuschlug, soll einen tiefschwarzen, künstlich wirkenden Oberlippen- und Kinnbart tragen und eine Narbe im Gesicht, vom linken Auge bis zur Nase, haben. Er sei etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß und von schlanker Gestalt. Im einen Fall trug er eine Maske, im anderen versuchte er sein Gesicht mit einem schwarzen Schal zu bedecken. Zudem hatte er am Dienstag eine weiße Strickmütze mit dunklen Querstreifen, eine weinrote Gürteltasche, eine blaue Jacke, schwarze Jeans und weiße Schuhe an.

Bereits mehr als 100 Ladenüberfälle in diesem Jahr

Um dem Räuber auf die Spur zu kommen, wollen die Ermittler nun auch die Videoaufnahmen aus den Supermärkten auswerten. Es wird befürchtet, dass nach der Überfallserie im Frühjahr, bei der vor allem kleinere Läden und Drogerien betroffen waren, nun verstärkt Discountermärkte ins Visier der Räuber rücken könnten. Die Märkte seien abends meist nur von wenigen Mitarbeitern besetzt und gäben deshalb ein leichtes Ziel ab, so Weigelt.

Wie aus der Polizeistatistik hervorgeht, wurde in der Messestadt in diesem Jahr etwa an jedem dritten Tag ein Geschäft überfallen. Insgesamt mehr als 110 Fälle registrierten die Behörden seit Januar, der Schaden beträgt mehrere zehntausend Euro. Auf fast identische Art und Weise wurden in diesem Jahr bereits mindestens fünf Kaufhallen in Leipzig überfallen – zuletzt im Oktober der Aldi-Markt in der Haferkornstraße in Eutritzsch. Der maskierte Täter betrat kurz vor 20 Uhr den Laden, zückte einen pistolenähnlichen Gegenstand und erbeutete mehrere hundert Euro. Der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt.

Die Polizei sucht nach Hinweisen zu den Überfällen in Plagwitz und Dölitz-Dösen. Informationen nimmt die Kriminalpolizei in der Dimitroffstraße 1 entgegen, telefonisch erreichbar unter (0341) 96 64 66 66.

Robert Nößler

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