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Polizeiticker Leipzig Raubzug gegen Dealer führt fast zu Doppelmord
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Raubzug gegen Dealer führt fast zu Doppelmord
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18:01 13.02.2019
Mohammad A. soll mit Komplizen zwei Drogendealern aufgelauert und sie ausgeraubt haben. Eines der Opfer erlitt einen Kopfschuss. Quelle: André Kempner
Leipzig

Es ging um jede Menge Drogengeld: Rund 20 000 Euro wollten drei Männer nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hiesigen Drogendealern abjagen. Eines der Überfallopfer landete mit Projektil im Kopf in der Notaufnahme. Am Mittwoch begann der Prozess gegen dass Trio am Leipziger Landgericht.

Irgendwie muss der Türke Taner A. (42) der Anklageschrift zufolge davon Wind bekommen haben, dass zwei Rauschgifthändler mit einer Tasche voller Geld in Leipzig unterwegs waren, um eine große Menge Drogen zu kaufen. Unter einem Vorwand habe er sie am 8. Mai 2018 zu einem abgelegenen Parkplatz im Leipziger Stadtteil Lößnig gelockt, so Staatsanwalt Ulrich Jakob. Kurz vor 23 Uhr sei der BMW mit den beiden Dealern eingetroffen. Daraufhin sollen Mohammad A. (27) und Chaliel A. (25), die beiden syrischen Komplizen von Taner A., zu dem Auto gegangen sein. Mohammad A. habe die Tür aufgerissen, um die Tasche, in der das Geld vermutet wurde, an sich zu bringen, während Chaliel A. den Fahrer in Schach gehalten habe. Weil es zunächst misslungen sei, die Tasche zu bekommen, so die Tatvorwürfe, habe Mohammad A. eine Pistole gezogen, auf den Beifahrer gefeuert und das Geld geraubt. Ahmet Ö. wurde im Kopf getroffen, drei Zentimeter tief drang das Geschoss ein. Der Fahrer, den ein weiteres Projektil verfehlt hatte, trat aufs Gas, raste mit dem lebensbedrohlich Verletzten, der im Koma lag, vom Tatort. Bei einer Notoperation retteten Ärzte sein Leben. Von dem Eingriff blieb eine lange Narbe zurück. Im Prozess tritt Ahmet Ö. als Nebenkläger auf.

Verteidiger beantragen Aussetzung

Versuchter Mord in zwei Fällen, gefährliche Körperverletzung, besonders schwerer Raub, Waffenbesitz: Für die Staatsanwaltschaft ist Mohammad A. der Haupttäter. Seine beiden Mitangeklagten sitzen lediglich wegen des Raubs vor Gericht. Allerdings könnte es nach Angaben des Gerichts unter Umständen durchaus sein, dass auch sie wegen gemeinschaftlichen Mordversuchs belangt werden.

Zum Auftakt der Hauptverhandlung äußerten sich die Angeklagten, die gegenwärtig in Untersuchungshaft sitzen, nicht zu den Tatvorwürfen. Stattdessen monierten ihre Verteidiger, dass die Staatsanwaltschaft noch immer Akten zu dem Verfahren nachreiche, so dass eine fundierte Prozessvorbereitung kaum möglich sei.

Die Rechtsanwälte Axel Kaufmann und Ines Kilian, die Taner A. vertreten, beantragten deshalb sogar eine Aussetzung der Hauptverhandlung, um die nötige Zeit zum Aufarbeiten der Akten, Gutachten und Beweismittel zu haben. Staatsanwalt Jakob sah dafür keinen Grund, da der nächste Verhandlungstermin ohnehin erst in drei Wochen stattfindet. Insgesamt hat die Schwurgerichtskammer noch 18 Verhandlungstage bis Mitte Juli geplant.

Von Frank Döring

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