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Polizeiticker Leipzig Razzia gegen Schleusermafia in Leipzig
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Razzia gegen Schleusermafia in Leipzig
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17:48 06.11.2018
Großrazzia gegen Schleuserbanden im Juni 2018: Mehr als 300 Bundespolizisten waren im Einsatz, auch in Leipzig. Quelle: LVZ
Leipzig

Erneuter Schlag gegen die Schleusermafia in Leipzig: Am Dienstagmorgen durchkämmten Einsatzkräfte von Bundespolizei, Polizeidirektion und Stadtverwaltung fünf Objekte in Leipzig. Grundlage für das Vorgehen gegen irreguläre Migration in Form von Scheinehen waren mehrere Durchsuchungsbeschlüsse der Staatsanwaltschaft Leipzig.

Wie die LVZ von Bundespolizeisprecher Steffen Nölke erfuhr, wird aktuell gegen elf Beschuldigte ermittelt, darunter sechs Pakistaner im Alter von 22 bis 36 Jahren, ein Inder (27) und vier rumänische Frauen (24 bis 30 Jahre). Sie werden verdächtigt, sich oder anderen durch Eingehen von Scheinehen etwa Daueraufenthaltskarten nach dem EU-Freizügigkeitsrecht verschafft zu haben, so die Polizei.

Ehefrauen mit falschen Papieren

Wie in anderen Verfahren auch, sollen die osteuropäischen Ehefrauen falsche oder verfälschte zypriotische und dänische Eheschließungsurkunden beschafft und mit fingierten Miet- und Arbeitsverträgen dafür gesorgt haben, dass ihre pakistanischen und indischen Ehemänner einreisen und dauerhaft bleiben dürfen. Einer der Pakistaner musste noch am Dienstag zum Ermittlungsrichter, ihm droht Untersuchungshaft. Bei der Razzia beschlagnahmten die Beamten etliche Beweismittel, darunter sieben Handys sowie Dokumente, die auf Eheschließungen hinweisen.

Massive Gewinne für Schleuser

In zwei Fällen stehen die Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Verfahren gegen eine Bande, die nach Erkenntnissen der Behörden durch die Vermittlung und Organisation von Scheinehen unzählige Menschen nach Deutschland einschleuste und damit massive Gewinne verbuchte. Im Visier haben die Behörden drei Hauptbeschuldigte wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusen von Ausländern. Für die Schleusungen nach Deutschland sollen sie pro Person zwischen 15000 Euro und 22 000 Euro verlangt haben. Seit 2017 ist die Abteilung Kriminalitätsbekämpfung der Bundespolizei Halle den Schleusern auf der Spur. Bereits am 13. Juni dieses Jahres kam es zu einem Großeinsatz, bei dem in fünf Bundesländern insgesamt 27 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht wurden.

Von Frank Döring

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