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Rechtsextreme bedrohten Sommerfest-Gäste in Leipzig-Lindenau und attackierten Polizisten

Rechtsextreme bedrohten Sommerfest-Gäste in Leipzig-Lindenau und attackierten Polizisten

Mehr als 20 Rechtsextreme haben am Wochenende in Lindenau das Sommerfest des Kunstvereins D21 gestört und die Teilnehmer bedroht. Das bestätigte am Dienstag die Leipziger Polizei auf Anfrage von LVZ-Online.

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Blick auf das NPD-Büro in der Odermannstraße (Archivbild).

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Die Gruppe aus dem NPD-Zentrum in der Odermannstraße sei „mit einer Polizeikette zurückgedrängt worden“, so Sprecher Uwe Voigt. Später flogen Steine gegen die Beamten.

Auslöser für den Einsatz war der Hilferuf der Sommerfest-Gäste des D21-Kunstraums in der Odermannstraße, Ecke Demmeringstraße, wie die Stadträtin Juliane Nagel (Die Linke) am Dienstag in einer Mitteilung schilderte. „Ich bekam einen Augenzeugenbericht und habe mit Betroffenen telefoniert“, sagte sie gegenüber LVZ-Online.

Nagel berichtete, dass die Neonazis im NPD-Zentrum in der Odermannstraße 8, wenige Meter vom Kunstraum D21 entfernt, in der Nacht zu Sonntag zunächst lautstark „mit Lagerfeuer und Rechtsrock“ gefeiert haben. Gegen 1 Uhr seien einige Rechtsextreme dann beim Sommerfest von D21 aufgetaucht.

Augenzeuge: Neonazis drohten, die Sommerfest-Gäste aufzumischen

Ein Augenzeuge berichtete am Dienstag im Gespräch mit LVZ-Online, dass sich erst einzelne Neonazis unter die rund 40 Sommerfest-Gäste des D21-Projekts gemischt hätten. Schnell sei es zu wüsten Beschimpfungen gekommen. Auch seien Drohungen ausgestoßen worden wie: „Euch mischen wir zu zweit doch locker auf“. Die Situation sei für die D21-Besucher Angst einflößend gewesen, so der Betroffene. Er selbst habe zu dem Zeitpunkt bereits beschlossen, die Polizei um Hilfe zu bitten.

Anschließend hätten sich mehr als 20 Neonazis drohend aufgebaut. Als die Polizei eintraf, habe sich die Situation weiter zugespitzt. „Einige Neonazis filmten die Festbesucher mit Handykameras. Andere versuchten, an der Polizei vorbei auf uns zuzustürmen und Gäste zu treten“, schilderte der Augenzeuge gegenüber LVZ-Online weiter.

Die Polizei drängte die Gruppe der Rechtsextremen schließlich mit einer Polizeikette in die Odermannstraße zurück. Von einer Baustelle nahmen sich die Neonazis Steine und bewarfen damit die Polizisten, schilderte Polizeisprecher Uwe Voigt. Vier Beamte seien leicht verletzt worden, zwei Helme der Ordnungshüter wurden beschädigt. Auch "Sieg Heil"-Rufe seien aus der Menge der Zurückgedrängten gekommen.

„Wir haben 25 Platzverweise ausgesprochen und Personalien festgestellt. Außerdem erstatteten zwei Beamte Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung“, sagte Voigt. Es werde auch wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

"Die Öffentlichkeit muss den Neonazis entgegen treten"

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Die Demonstranten auf dem Weg zum NPD-Büro in der Leipziger Odermannstraße.

Quelle: Regina Katzer

„Es kann und darf nicht sein, dass Veranstaltungen, die soziale und kulturelle Einrichtungen im Umfeld der Odermannstraße 8 ausrichten, abgebrochen werden müssen, weil die Bedrohung durch Nazis zu groß ist“, sagte die Linke-Stadträtin am Dienstag. Finales Ziel müsse sein, das NPD-Zentrum zu schließen. "Die Öffentlichkeit muss den Neonazis entgegentreten“, forderte der Augenzeuge. Stadt und Politik seien gefragt, um klar zu machen, dass die Rechtsextremen nicht geduldet würden.

D21 ist eine ehrenamtliche Initiative freiberuflicher Künstler, Wissenschaftler und Studenten, die im Wächterhaus Demmeringstraße Ausstellungen zeitgenössischer Kunst organisieren. Das Projekt werde durch öffentliche Fördermittel und projektbezogene Spenden finanziert, heißt es auf der Webseite der Initiative.

Evelyn ter Vehn

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