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Revanche im Drogenmilieu? Haftbefehl gegen 40-Jährigen nach Schießerei im Leipziger Osten

Revanche im Drogenmilieu? Haftbefehl gegen 40-Jährigen nach Schießerei im Leipziger Osten

Leipzig. War es Rache im Drogenmilieu? Nach der Schussattacke auf einen 28-jährigen Iraner am Montag in der Leipziger Eisenbahnstraße wird das von Ermittlern nicht ausgeschlossen.

Die Polizei nahm am Dienstag einen 40-jähriger Mazedonier vorläufig fest. Gegen ihn wurde am Nachmittag Haftbefehl erlassen. Die Sonderkommission (Soko) „Connect“ soll nun mögliche Verbindungen zu ähnlichen Fällen in Leipzig klären.

Es war gegen 16 Uhr am Montagnachmittag, als es auf einem Supermarkt-Parkplatz an der Eisenbahnstraße, Ecke Konradstraße, zu der Auseinandersetzung zwischen den beiden Ausländern kam. Laut Staatsanwaltschaft gab der 40-Jährige einen Schuss auf das 28-jährige Opfer ab und verletzte den Mann dabei leicht am Bein. Der Iraner musste ambulant behandelt werden.

Spurensuche bis tief in die Nacht

Der mutmaßliche Täter konnte zunächst flüchten, wurde am Dienstagmorgen jedoch festgenommen. Gegen ihn erging am Nachmittag Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Laut Staatsanwaltschaft ist er „vielfach insbesondere wegen Eigentums- aber auch wegen Straßenverkehrs- und Körperverletzungsdelikten vorbestraft“. Er schweige bislang zu den Tatvorwürfen.

Was sich genau auf dem Parkplatz in Neustadt-Neuschönefeld abspielte und in welchem Verhältnis Opfer und Täter zueinander standen, dazu hielt sich die Behörde bedeckt. Unklar blieb auch, ob die Tatwaffe gefunden wurde. „Wir müssen zunächst herausfinden, wie der tatsächliche Ablauf war“, erklärte der Oberstaatsanwalt lediglich. Am Tatort wurden am Montag bis spät in die Nacht sowie am Dienstagvormittag intensiv Spuren gesichert. Dabei kamen auch Metalldetektoren zum Einsatz.

Soko „Connect“ prüft Spuren ins Drogen-Milieu

Dass es sich bei der Tat vom Montag um einen Revanche-Akt handelte, wollte Schulz weder bestätigen noch dementieren. Erst im Juli war es vor einem Lebensmittelgeschäft in der Eisenbahnstraße, nur zwei Blocks vom jetzigen Tatort entfernt, zu einer Schießerei gekommen. Ein 28-jähriger Iraner soll damals an der Ecke zur Hildebrandstraße auf zwei 40 und 45 Jahre alte Mazedonier gefeuert und diese schwer verletzt haben. Der Tatverdächtige gehörte laut Polizei zum Umfeld eines Beteiligten am sogenannten Leipziger Diskokrieg vor fünf Jahren.

Der 28-jährige, mutmaßliche Schütze hatte sich damals der Polizei gestellt und war im August wieder freigelassen worden. „Bei dem jetzigen Opfer handelte es sich nicht um den damaligen Tatverdächtigen“, stellte Schulz am Dienstag klar. Offen ließ er jedoch, ob der Tatverdächtige vom Montag einer der damals verwundeten Mazedonier war. „Die Soko Connect ermittelt, um Hintergründe und mögliche Milieu-Verbindungen zu prüfen“, sagte er lediglich.

Anwohner im Viertel zeigen sich beunruhigt

Die Soko war nach der Schießerei in der Eisenbahnstraße vor dreieinhalb Monaten gegründet worden. Sie soll auch den bis heute ungelösten Mord an einem 23-Jährigen am Bahnhof Leipzig-Leutzsch sowie die Schüsse auf einen 26-Jährigen in der Reudnitzer Göschenstraße aufklären. Bislang blieben die Ermittlungen jedoch erfolglos.

Polizeipräsident Bernd Merbitz hatte im Juli noch Anzeichen für einen Bandenkrieg in Leipzig ausgeschlossen. Er bestätigte allerdings, dass es konkurrierende Gruppen im kriminellen Milieu gebe. Im Leipziger Osten zeigen sich Anwohner jedenfalls zunehmend beunruhigt. „Schon die zweite Schießerei – es ist langsam beängstigend“, sagte eine junge Mutter gegenüber LVZ-Online.

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Robert Nößler / mpu

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