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Roter Stern Leipzig: "Wir laufen nicht ins offene Messer"

Roter Stern Leipzig: "Wir laufen nicht ins offene Messer"

Haben die Fans von Roter Stern Leipzig (RSL) bei den Krawallen am 14. Juni in Lausen in Notwehr gehandelt? Vereinssprecher Jens Frohburg berichtete dies jetzt gegenüber der LVZ.

Demnach hätten die Anhänger von RSL nach dem Spiel der Volkssport-Kreisklasse gegen die SG Lausen auf der Straße gestanden und auf die Mannschaft gewartet. Plötzlich seien 15 bis 20 Leute, darunter ein stadtbekannter Neonazi, auf den RSL-Anhang zugestürmt. Einer der Angreifer habe ein großes, schweres Metallgitter in den Händen gehalten, um es zu werfen.

Frohburg räumte ein, dass RSL-Fans daraufhin in der Siedlung Zäune beschädigt und sich mit Zaunlatten ausgerüstet hätten - dies jedoch nur, um sich damit zu schützen. Augenzeugen hatten zuvor hingegen berichtet, dass die Gewalt zunächst von RSL-Fans ausgegangen sei. Frohburg widersprach dem: "Unsere Vereinsanhänger sind keine Hooligans", betonte der Sprecher. Sie würden nicht zu Spielen fahren, um gewaltsame Auseinandersetzungen zu suchen, sondern seien auch in Lausen angegriffen worden, als sie sich gerade auf den Heimweg machen wollten.

Doch warum waren einige Fans von Roter Stern mit Sturmmasken und Mundschutz ausgerüstet, wenn sie nur das Spiel zweier Volkssport-Mannschaften anschauen wollten? - "Unsere Anhänger haben verschiedene Gewalterfahrungen machen müssen", sagte Frohburg und verwies auf diverse Zwischenfälle wie etwa den Angriff auf Anhänger von Roter Stern Leipzig in Brandis im Oktober 2009. "Diese leidvollen Erfahrungen mit Neonazi-Gewalt machen deutlich, dass man sich wehren muss. Wir laufen nicht ins offene Messer." Man könne nie wissen wann und wo Neonazis auftauchen. "Sie sind bei unseren Spielen, weil wir uns gegen Neonazismus positionieren", so Frohburg. Wie berichtet, hatten Vertreter des gastgebenden SG Lausen beobachtet, dass bei der Partie am 14. Juni viele fremde Zuschauer auf dem Sportplatz waren, die sonst nie zu Spielen kommen. Die Gefahr aus dem rechtsextremen Lager sei auch der Grund für die Vermummung der RSL-Fans, so Frohburg: Sie wollten nicht von Neonazis fotografiert werden.

Wegen der Fankrawalle in Lausen läuft bei der Kripo noch immer ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs gegen unbekannt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2013

Döring, Frank

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