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SEK-Einsatz beim MDR – Olaf S. äußert sich: "Ich wollte nie jemanden bedrohen"

SEK-Einsatz beim MDR – Olaf S. äußert sich: "Ich wollte nie jemanden bedrohen"

Durch ein Foto auf Facebook ist am Dienstag ein SEK-Einsatz beim Mitteldeutschen Rundfunk ausgelöst worden.

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Ein Sondereinsatzkommando der Polizei (SEK) rückte am Dienstag beim MDR in Leipzig an (Symbolfoto).

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Das Bild stammte vom Künstlerprofil „Hardy Fliko“ von Olaf S., der in der Vergangenheit als freier Mitarbeiter für den MDR arbeitete. Am Dienstag wurde auch die Wohnung des 43-Jährigen durch Polizeibeamte gestürmt. Mit der LVZ sprach S. über seine Beweggründe.

LVZ:

Herr S., was hatte es mit dem Foto auf sich?

Olaf S.:

Ich wollte niemanden damit bedrohen. Ich wollte nur meinen generellen Unmut auf die Welt zum Ausdruck bringen. Das Bild war auch nur auf meinem Künstler-Profil zu finden. Unter diesem poste ich viele ironische, ja auch sarkastische Inhalte. Als Fliko schaffe ich Gedichte und Satiren. Unter meinem richtigen Namen wäre das Foto nie zu finden gewesen. Dass ich nun als Amok-Läufer denunziert werde, ist falsch. Das hat nichts mit mir zu tun.

Der MDR hat auf das Foto reagiert.

Bereits mehr als eine Woche vor dem Polizeieinsatz hat der MDR wegen des Bilds Anzeige gegen mich erstattet. Zwischenzeitlich stand ich mit dem Sender in Kontakt. Dabei wurden aber einseitig nur Auszüge aus den Kommentaren und der Bildunterschriften verwandt, die mich in einem schlechten Licht dastehen ließen. Positive Aussagen wurden weggelassen. Ich habe auch gegenüber dem MDR erklärt, dass ich nie jemanden bedroht habe.

Auf dem Foto sind Sie mit einem AK-47-Sturmgewehr zu sehen. Woher haben Sie die Waffe?

Die habe ich für ein Shooting ausgeliehen. Ich habe das Gewehr als Deko für Akt-Aufnahmen benutzt. Sonst habe ich kein Interesse an Waffen. Ich dachte, es wäre eine Attrappe. Erst später erfuhr ich dann, dass es sich bei der Kalaschnikow um eine nicht einsatzfähige Replika gehandelt hat.

Wie lief der Polizeieinsatz ab?

Ich war gerade mit einer Freundin dabei, meine Wohnung aufzuräumen, auch zwei Handwerker waren anwesend. Als plötzlich eine vermummte Gestalt hinter mir auftauchte. Es waren mindestens drei SEK-Beamte. Erst dachte ich, es sei ein Scherz, aber dann sollte ich mich auf den Boden legen. Ich habe keinen Widerstand geleistet und den Polizisten gleich gesagt, wo sie das Gewehr finden können.

Die Polizisten haben sich vorbildlich verhalten. Als sie merkten, dass ich friedlich bin, dass man mit mir reden kann, haben sie mir die Kabelbinder abgenommen. Ich bin auch nicht grob angefasst worden. Um eine Aussage zu machen, habe ich darauf gedrungen, mit auf die Wache zu kommen.

Was wurde durch die Beamten neben dem Gewehr noch sichergestellt?

Mein Telefon und mein Computer wurden beschlagnahmt. Darauf befinden sich all meine Daten: Telefonnummern, Adressen, Dinge, die ich zum Arbeiten brauche. Auf diesen Festplatten befindet sich mein Leben. Dadurch dass mir das nun alles fehlt, geht es um meine Existenz. Ich kann so nicht mehr arbeiten.

Interview: Johannes Angermann

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