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Säugling in Leipzig-Volkmarsdorf beinahe zu Tode geschüttelt - Geldstrafe für Eltern

Säugling in Leipzig-Volkmarsdorf beinahe zu Tode geschüttelt - Geldstrafe für Eltern

Er schüttelte sein Baby so sehr, dass es ein lebensbedrohliches Schütteltrauma erlitt. Weil der drei Monate alte Säugling daraufhin bewusstlos wurde, schlug Andriy M.

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Das Amtsgericht in Leipzig. (Archivfoto)

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. (30) ihm ins Gesicht und badete ihn schließlich in kaltem Wasser. Eine Not-Operation rettete dem kleinen Maxim das Leben. Seine Eltern Andriy und Natalia M. (28) kamen gestern am Amtsgericht mit einer Geldstrafe davon.

Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft das Geschehen am 7. November 2010 in der Volkmarsdorfer Ludwigstraße als Misshandlung von Schutzbefohlenen gewertet. Laut Anklage habe das Baby in der Nacht längere Zeit geschrien, deshalb habe der Angeklagte es geschüttelt. Gegen 9.50 Uhr riefen die Eltern einen Notarzt, ihr Sohn kam stark unterkühlt (32 Grad Körpertemperatur) und erheblich verletzt auf die Intensivstation. "Es bestand Lebensgefahr", sagte gestern Jan Dreßler, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin Leipzig, als Sachverständiger vor Gericht. Die Untersuchungen ergaben außerdem: Das Baby muss schon früher mehrfach heftig geschüttelt worden sein. Einem Aktenvermerk der Polizei zufolge hätten die Eltern damit Abhilfe schaffen wollen, wenn ihr Baby krampfte. Für ein solches Krampfleiden fanden die Rechtsmediziner jedoch keinerlei Anhaltspunkte.

Bis 23. Dezember war Maxim im Krankenhaus, kam danach in ein Mutter-Kind-Heim. Der Allgemeine Sozialdienst (ASD) des Jugendamtes betreute die Familie bis April 2011. "Ist das nicht arg kurz?", wollte der Vorsitzende Richter Peter Weber wissen. Die ASD-Mitarbeiterin lobte das Elternhaus des kleinen Maxim: "Die Wohnung war sauber und gepflegt, die Eltern waren sehr bemüht, das Kind hatte ein schönes Himmelbett." Die für den Säugling lebensgefährliche Behandlung durch die Eltern nannte sie "eine Verkettung unglücklicher Umstände".

Eine Argumentation, der am Ende alle folgten. Andriy und Natalia M. wurden letztlich nur wegen gefährlicher Körperverletzung im minderschweren Fall zu einer Geldstrafe von je 120 Tagessätzen à 10 Euro rechtskräftig verurteilt. Eine Misshandlung liege nicht vor, weil dafür das Tatbestandsmerkmal der "rohen Gesinnung" fehle, so der Richter.

Sein Mandant habe "ohne bösen Willen gehandelt", so Thomas Kotré, Verteidiger von Andriy M. "Es wurde getan, um dem Kind zu helfen." Dabei sollte der arbeitslose Maurer eigentlich wissen, dass schon leichteres Schütteln ein Baby töten kann: Andriy M. hat aus erster Ehe bereits zwei Kinder.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.03.2014

Frank Döring

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