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Polizeiticker Leipzig Schießerei in der Leipziger Eisenbahnstraße: 28-jähriger Iraner stellt sich – Polizei bildet Soko
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Schießerei in der Leipziger Eisenbahnstraße: 28-jähriger Iraner stellt sich – Polizei bildet Soko
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09:33 10.07.2013
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Er wurde vorläufig festgenommen. Als Reaktion auf die Tat am Montagabend richtete die Polizei eine Sonderkommission (Soko) ein und verstärkte ihre Präsenz auf der Straße. Damit soll eine drohende Eskalation der Gewalt in der Stadt verhindert werden. „Die Bevölkerung kann sich auch weiterhin sicher fühlen“, versicherte Polizeipräsident Bernd Merbitz gegenüber LVZ-Online. „Es gibt momentan keine Anzeichen für einen Bandenkrieg.“ Allerdings gebe es konkurrierende Gruppen in der Stadt.

Die Ermittler waren dem 28-jährigen mutmaßlichen Täter bereits kurz nach den Schüssen am Montagabend auf den Fersen. „Wir wussten frühzeitig durch Befragungen, um wen es sich handelt und wo wir ihn suchen müssen“, berichtete Merbitz, der sich in der Eisenbahnstraße selbst ein Bild von den Ermittlungen gemacht hatte.

Am Morgen meldete sich der Tatverdächtige überraschend in der Polizeidirektion in der Dimitroffstraße und räumte die Tat ein. Seine Waffe – eine Pistole – übergab er den Ermittlern. Ob die Schüsse damit abgefeuert wurden, soll nun eine kriminaltechnische Untersuchung klären. Laut Staatsanwaltschaft ist der Mann bereits wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Nötigung vorbestraft, zudem sei gegen ihn Anklage wegen Drogendelikten erhoben worden. Den Beamten ist er auch aus einem anderen Grund kein Unbekannter. Ein Ermittler: Der Iraner gehört zum Umfeld von Artur T. Der Armenier war einer der maßgeblich Beteiligten beim Diskokrieg vor fünf Jahren in Leipzig. T. entzog sich durch Flucht ins Ausland der Verantwortung.

Schießerei ging Streit voraus

Zeugenaussagen zufolge soll es am Montag zwischen dem Täter und seinen beiden Opfern auf der Eisenbahnstraße, Ecke Hildegardstraße, am Montagabend einen heftigen Streit gegeben haben. Worum es dabei ging, ist bislang noch unklar. Mit seiner Pistole schoss der 28-Jährige schließlich gegen 18.25 Uhr vor einem Lebensmittelgeschäft auf die beiden 40 und 45 Jahre alten Männer, „mindestens zwei Mal“, so Merbitz. Er verletzte die beiden Mazedonier schwer am Bein und der Hüfte. Zunächst hatte es von der Polizei geheißen, die Opfer seien Albaner.

Noch am Vormittag durchsuchte die Polizei die Wohnung und das Auto des Tatverdächtigen. Ob der Tatverdächtige einem Haftrichter vorgeführt wird oder möglicherweise wieder auf freien Fuß kommt, soll erst am Mittwoch entschieden werden. „Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit den Antrag auf Erlass eines Haftbefehls“, teilte Ricardo Schulz, Sprecher Anklagebehörde, mit. Dafür müsse einer der Haftgründe: Verdunklungsgefahr, Fluchtgefahr oder Wiederholungsgefahr vorliegen.

Soko soll Schießereien aufklären

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Die Ermittler gehen nun der Frage nach, ob der Iraner möglicherweise auch mit zwei anderen bislang ungeklärten Schießereien aus den vergangenen Monaten etwas zu tun hat. Ein 26-jähriger Türke war erst im April vor seinem Haus in der Reudnitzer Göschenstraße mit zielgerichteten Kugeln in die Beine – typisch für Auseinandersetzungen in der Mafia- und Drogenszene – niedergeschossen worden. Im Mai war ein 23-Jähriger am Bahnhof in Leutzsch mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet worden.

„Unsere Aufgabe ist es, diese Straftaten schnell aufzuklären“, erklärte Merbitz die Gründung der neuen, bislang noch namenlosen Soko. Ein drohender Bandenkrieg wie im Jahr 2008 solle damit verhindert werden. Der Polizeipräsident stellte klar: „Es gibt momentan keinen Zusammenhang zum Diskokrieg.“

Polizei verstärkt Präsenz auf der Straße

Um die Sicherheit auf Leipzigs Straßen zu erhöhen, verstärkte die Polizei noch am Montagabend ihre Kräfte. „Wir wollen kein Risiko eingehen und beratschlagen jetzt, in welchem Umfang wir längerfristig die Präsenz erhöhen“, sagte Merbitz. Dazu sollte zeitnah eine Anfrage an das Innenministerium gestellt werden. „Natürlich kann man die Bedenken der Bevölkerung jetzt nicht einfach so vom Tisch wischen“, stellte der Polizeipräsident klar. „Aber es kommt darauf an, wie man damit umgeht – und dass so etwas nicht wieder passiert.“

Robert Nößler

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