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Polizeiticker Leipzig Schlägerei bei Tierschutz-Demo in Leipzig – Ermittlungen gegen Zirkusartisten – Webvideo
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Schlägerei bei Tierschutz-Demo in Leipzig – Ermittlungen gegen Zirkusartisten – Webvideo
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09:49 06.01.2014
Quelle: André Kempner
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Leipzig

Nach Angaben der Polizei wurden dabei vier Personen leicht verletzt, zwei von ihnen mussten zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Beamten ermitteln nun wegen gefährlicher Körperverletzung.  

Gegen 13 Uhr hatten sich Vertreter der Leipziger Ortsgruppe des Tierbefreier e.V. auf dem Gelände am Cottaweg eingefunden. Der Verein selbst spricht von 15 Teilnehmern, laut Polizei waren es weniger. Kurz nach Beginn der offiziell angemeldeten Kundgebung seien fünf Personen aus dem Zirkus gekommen, teilte das Lagezentrum mit. Diese sollen dann offenbar auf die Demonstrierenden eingeschlagen haben, die mit Transparenten gegen die Haltung und Dressur von Tieren im Zirkus protestierten.

Die Tierschützer erlitten laut Polizei leichte Verletzungen im Gesicht. Ein der Aktivisten musste mit einer Rippenprellung behandelt werden, ein weiterer aufgrund leichter Kopfverletzungen. Wie Polizeisprecher Uwe Voigt am Montag sagte, werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Nach den Geschehnissen nahm die Polizei  Personalien von insgesamt vier Zirkusmitarbeitern auf. Ein 43-jähriger, ein 24-jähriger und zwei 18-jährige Zirkunsmitarbeiter sollen in den kommenden Tagen zu den Vorwürfen verhört werden.

Tierschützer und Zirkus geben sich gegenseitig Schuld an Gewalt

Auf ihrer Facebook-Seite berichten die Leipziger Tierbefreier am Sonntagabend von „unglaublicher Gewalt“ und heftiger Brutalität der Ereignisse. In einer Pressemitteilung hieß es zudem, dass der Angriff von den Zirkus-Mitarbeitern ausgegangen sei, die auch während der Flucht der Demonstrierenden weiter zugeschlagen und auf am Boden Liegende eingetreten hätten. Auf dem Videoportal Youtube wurde inzwischen ein 20-sekündiger Film veröffentlicht, der die Attacke zeigen soll.

Bernhard Schmidt, Junior-Chef des Zirkus Aeros, wies die Schuld von seinen Angestellten am Sonntag zurück. Die Aktivisten hätten an der Einfahrt gestanden und die Besucher am Vorbeigehen gehindert, so Schmidt gegenüber LVZ-Online. Die Demonstranten selbst geben an, den Eingang nicht versperrt zu haben und auch nicht gewalttätig geworden zu sein.

Zwei seiner Artisten hätten sich schließlich nach der Genehmigung für die Demo erkundigt, so Schmidt weiter. „Die Tierschützer sagten, dass sie die nicht zeigen müssten, und fingen an, meine Leute zu schubsen“, erklärte er seinen Blick auf die Geschehnisse. Danach sei es zum Handgemenge gekommen, das sich hochgeschaukelt habe. „Als ich auf dem Vorplatz angekommen war, um zu schlichten, war die Sache schon vorbei.“ Nach Angaben des Junior-Chefs seien auch seine Mitarbeiter bei der Auseinandersetzung verletzt worden.

„Ich möchte mich vor allem bei den Zuschauern, von denen einige alles miterleben mussten, dafür entschuldigen, dass es so weit gekommen ist“, sagte Schmidt. Es habe bereits früher Demonstrationen von Tierschützern gegeben. „Aber wir haben uns die Genehmigungen zeigen lassen und es ist immer friedlich verlaufen. Es wäre besser gewesen, wenn die Demo auch dieses Mal von der Polizei abgesichert worden wäre.“

Aktivisten wenden sich gegen Zirkus-Haltung

Die Haltung von Zirkustieren stößt beim Tierbefreier e.V. auf Kritik. (Symbolfoto) Quelle: Wolfgang Zeyen

Die Kritik der Tierfreunde kann der Zirkus-Direktor nicht nachvollziehen. „Unser Tierbestand ist vom Leipziger Veterinäramt abgenommen, wir halten auch keine Wildtiere. Da ist alles in Ordnung.“

In einer Ankündigung vom Donnerstag hatten die Tierschutz-Aktivisten erklärt, auf dem Kleinmesse-Gelände auf die Zustände aller Tiere im Zirkus aufmerksamen machen zu wollen. Sie wollten erreichen, dass sich die Besucher mit dem Thema auseinandersetzen. „Zirkus, das ist Glitzer, Musik und Nervenkitzel. Aber nur für Menschen“, heißt es in einer weiteren Mitteilung des Leipziger Vereins. Für die Tiere bedeute der Zirkus ein Leben in Käfigen, Transportern und Ketten. „Gedemütigt, jeden Tag entwürdigende Kunststücke in der Manege vorführen zu müssen. Die Tiere werden mit Zuckerbrot und Peitsche zu einem artwidrigen Verhalten gezwungen und lassen dabei die Kassen der Tierqual-Unternehmen klingeln“, kritisiert der Tierbefreier e.V.

Michael Frömmert / mpu

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