Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Schlag gegen Drogenring in Leipzig: Fahnder verhindern Produktion von 2,3 Tonnen Crystal

Schlag gegen Drogenring in Leipzig: Fahnder verhindern Produktion von 2,3 Tonnen Crystal

Leipzig. Deutsche und tschechische Behörden haben einen aus Leipzig und Prag agierenden Rauschgifthändlerring zerschlagen. Dabei wurden 2,9 Tonnen der Chemikalie Chlorephedrin sichergestellt, woraus sich über 2,3 Tonnen der Droge Crystal (Metamphetamin) herstellen ließen.

Dies entspricht einem Straßenverkaufswert von etwa 184 Millionen Euro. Acht Verdächtige wurden festgenommen, darunter ein Chemikalienhändler aus Leipzig. Ricardo Schulz von der federführenden Leipziger Staatsanwaltschaft betonte, dass nicht nur Straßenhändler erwischt wurden: „Wir konnten auf der obersten Ebene eingreifen.“

Unter Leitung der Staatsanwaltschaft Leipzig waren das Bundeskriminalamt (BKA), die Polizeidirektion Leipzig, das Landeskriminalamt Sachsen, die Thüringer Polizei sowie der Zoll in Dresden und tschechische Behörden mit dem Fall befasst.

Zwischen dem 5. und 8. November durchsuchten die Beamten 19 Wohn- und Geschäftsobjekte in Leipzig. Dabei wurden neben den Chemikalien in Leipzig auch Bargeld, Munition, gestohlene Ausweisdokumente sowie dutzende Mobiltelefone gefunden. Das BKA stellte im Zuge von Finanzermittlungen 600.000 Euro sicher. Die Beamten im Nachbarland nahmen sieben weitere Personen fest und fanden bei den Durchsuchungen Schusswaffen und Bargeld. Zwei Razzien in der vergangenen Woche in Leipzig waren ebenfalls Teil des Vorgehens durch die Behörden, erklärte Polizeisprecher Uwe Voigt LVZ-Online.

32-Jähriger Leipziger organisierte Beschaffung der Rohstoffe im großen Stil

Hauptbeschuldigter in dem Fall ist ein 32-Jähriger Leipziger. Der Chemie- und Pharmahändler unterhielt eine Lagerhalle im Leipziger Norden, teilte Ricardo Schulz gegenüber LVZ-Online mit. Der Mann hatte das zur Crystal-Herstellung geeignete Chlorephedrin eigens im europäischen Ausland produzieren und nach Deutschland liefern lassen. Gegenüber den deutschen Behörden täuschte er die Vernichtung des Stoffes vor. Tatsächlich wurde die Chemikalie in Mengen zwischen zehn und 20 Kilogramm nach Tschechien gebracht. Im Nachbarland erfolgte dann die Produktion des Rauschgiftes. Ein Teil des Crystals gelangte anschließend aus der tschechischen Republik wieder zurück nach Leipzig.

Schulz betonte das Vorgehen des Drogenringes: „Das war bandenmäßig und arbeitsteilig organisiert. Das lief sehr konspirativ ab.“ Die Staatsanwaltschaft Leipzig geht davon aus, dass die Gruppe bereits eine zeitlang tätig gewesen sein muss.

Im Zuge der Ermittlungen ging den Fahndern auch ein 37-Jähriger aus Leipzig ins Netz. Dieser sei nicht Teil der Bande gewesen, so Staatsanwalt Ricardo Schulz, sondern ein Abnehmer des Endprodukts. Der Mann war den Behörden bereits einschlägig bekannt. Aktuell wird ihm unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen.

Der Handel mit Chlorephedrin ist grundsätzlich erlaubt. Jedoch wird die Substanz legal nur zu Forschungs- und Versuchszwecken genutzt. BKA-Chef Jörg Ziercke erklärte in einer Mitteilung vom Donnerstag, dass die Ausgangsstoffe für die Crystal-Produktion bislang überwiegend aus China kamen. Die Produktion der Substanzen in Europa stelle daher ein Novum dar.

Johannes Angermann/Matthias Roth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr