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Polizeiticker Leipzig Schlag gegen illegale Graffiti-Szene in Leipzig: Polizei schnappt Chef der ORG-Crew
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Schlag gegen illegale Graffiti-Szene in Leipzig: Polizei schnappt Chef der ORG-Crew
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18:22 19.03.2014
2012 sprühte die ORG-Crew ihr riesiges Logo an das Robotron-Gebäude in Leipzig. Jetzt wurde der mutmaßliche Anführer der Gruppe in Connewitz festgenommen. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der 28-Jährige war mit Haftbefehlen in drei Bundesländern gesucht worden. Er sitzt bereits im Gefängnis. Unterdessen hat sich der Stadtrat am Mittwoch für mehr legale Graffiti-Flächen in Leipzig ausgesprochen.

Der mutmaßliche ORG-Anführer wurde bereits am Dienstag vergangener Woche nach einer Verfolgung am Connewitzer Kreuz festgenommen. „Bei dem Gesuchten handelte es sich um den führenden Kopf einer in Leipzig ansässigen Sprayer-Gruppierung“, teilte Polizeisprecherin Katharina Geyer am Mittwoch mit. Wie LVZ-Online erfuhr, soll der 28-Jährige der Anführer der berüchtigten ORG-Crew sein, die sich seit mehreren Jahren mit den Radicals eine erbitterte Schlacht um die Vormacht in Leipzigs Graffiti-Szene liefert.

ORG sprühten riesiges Logo ans Robotron-Gebäude

2012 sprühten ORG-Mitglieder ihr riesiges Crew-Logo an das inzwischen abgerissene Robotron-Gebäude am City-Ring – es galt als Reaktion im Duell der Banden um das größte Graffiti der Stadt. Kurz zuvor hatten Radicals-Mitglieder die Fassade des Ring-Messehauses mit ihrem Schriftzug „RCS“ beschmiert. Mitte Februar 2014 besprühten sie auch die Alte Hauptpost am Augustusplatz. Erst am Montag war ein 18-jähriger Radicals-Sprayer in Volkmarsdorf festgenommen worden, nachdem er ein zehn Meter langes Graffito an eine Wand gesprüht hatte.

Die Werbeplane an der "Alten Hauptpost" wurde zerstört. Dahinter kam ein riesiges Graffiti zum Vorschein.

Der harte Kern der ORG (Abkürzung für „Organisierte Radicals Gegner“) wird von Experten auf etwa ein Dutzend Mitglieder geschätzt. Der entstandene Schaden dürfte in die Hunderttausende Euro gehen. Die Festnahme des Anführers ereignete sich nur durch Zufall: Ein Bundespolizist erkannte den zur Fahndung ausgeschriebenen, stark an Hals und Händen tätowierten 28-Jährigen an der Haltestelle Scheffelstraße und kontrollierte den Mann mit herbeigerufenen Kollegen. Der Verdächtige nannte zwar einen falschen Namen, doch ein Abgleich mit Fahnungsfotos stellte zweifelsfrei seine Identität fest.

Polizisten stoppen Flucht auf der Karl-Liebknecht-Straße

An der "Alten Hauptpost" offenbarte eine zerstörte Werbeplane im Februar ein riesiges Graffiti. Quelle: André Kempner

Bei seiner Festnahme startet der 28-Jährige einen Fluchtversuch: Laut Polizei rannte er quer über die Karl-Liebknecht-Straße, so dass Autos und Straßenbahnen abbremsen mussten. Ein Beamter nahm die Verfolgung auf und schnappte den Mann auf Höhe Kochstraße. „Gegen ihn lagen Haftbefehle aus Sachsen, Sachen-Anhalt und Bayern vor“, berichtete Geyer. Ihm würden unter anderem Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung vorgeworfen. An welchen Sprayer-Taten er zuletzt beteiligt war, werde derzeit noch ermittelt, so die Polizeisprecherin.

Nachdem der Fall bekannt wurde, hat der Stadtrat bei seiner Sitzung am Mittwoch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) damit beauftragt, Möglichkeiten für mehr legale Graffiti-Flächen zu prüfen. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Robert Nößler

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