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Schock in Gohlis: Einbrecher plündern Brillen-Lager von Hilfsprojekt für Afrika

Schock in Gohlis: Einbrecher plündern Brillen-Lager von Hilfsprojekt für Afrika

Ein Jahr lang hatte das Team von Gohlis-Optik an dem Hilfsprojekt gearbeitet - in einer einzigen Nacht wurde es womöglich zunichte gemacht: Einbrecher haben aus dem Keller des Geschäfts in der Georg-Schumann-Straße fast alle der 1200 Brillen gestohlen, die Leipziger zugunsten von "Brillen für Afrika" gespendet hatten.

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Alexander Pohl zeigt die letzte Kiste mit Spenden-Brillen, die nach dem Einbruch bei Gohlis-Optik übrig blieb.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Im November 2013 hatten Inhaberin Katy Tautereit und ihre Kollegen die Sammelaktion gestartet. "Das letzte Jahr haben wir dann genutzt, um die gespendeten Brillen zu reinigen, aufzuarbeiten, zu vermessen und speziell zu verpacken", sagte die Augenoptikermeisterin gestern der LVZ. In den nächsten Wochen sollten die Kisten mit der Hilfslieferung auf die Reise gehen.

Doch dann der Schock: Am Montagmorgen meldeten sich Kunden, die einige der verpackten Brillen auf der Straße gefunden hatten. Allein in der Ehrensteinstraße lagen 40 Brillen herum. "Erst da haben wir bemerkt, dass unser Lager im Keller geplündert worden war", so Tautereit. Offenbar dachten die Einbrecher, teure Markenbrillen erbeutet zu haben. Als sie dann ihren Irrtum bemerkten, haben sie zumindest einen Teil der Beute wieder weggeworfen.

Dabei werden die gespendeten Sehhilfen dringend gebraucht. Nach Informationen des Projekts "Brillen für Afrika" erkranken Nigerianer rund 15 Jahre früher an grauem Star und Alterssichtigkeit als Europäer. Weil der UV-Anteil des Sonnenlichts hoch ist und Sonnenbrillen fehlen, seien Bindehautentzündungen und Folgeschäden häufig. Mehr als eine Million Nigerianer laufen demnach Gefahr, ohne Behandlung ihr Augenlicht zu verlieren. Denn gerade Dorfbewohner können sich eine Behandlung in der Stadt nicht leisten, ein Sozialversicherungssystem gibt es nicht. Deshalb hat Emeka Emeakaroha, ein Kaplan nigerianischer Abstammung aus Österreich, das Hilfsprojekt initiiert, das nun auch Optik-Gohlis unterstützt.

Katy Tautereit hofft, dass noch mehr der gestohlenen Brillen wieder auftauchen. "Wer diese schon aufgearbeiteten Brillen auf den Straßen in Gohlis findet, sollte sie bitte zu uns zurückbringen", so die Optikerin. Via Facebook schrieb sie sich den Frust über den gemeinen Diebstahl von der Seele: "Wir waren so erfreut und stolz, auf so viel Hilfsbereitschaft aller Leipziger zu treffen und sind umso mehr verärgert und betrübt wegen solcher grenzenlosen Dreistigkeit."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.04.2015

Frank Döring

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