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Schokolade-Dieb überfällt auch noch Tankstelle in Leipzig

Geständnis am Gericht Schokolade-Dieb überfällt auch noch Tankstelle in Leipzig

Die kriminelle Serie eines 28-Jährigen beschäftigt seit Montag das Landgericht Leipzig: Weil er beim Diebstahl von Schokolade einen Regenschirm – und damit laut Anklage ein gefährliches Werkzeug – eingesetzt haben soll, droht ihm eine hohe Strafe. Zudem soll er eine Tankstelle überfallen haben, aber ohne Geld geflüchtet sein.

Verhandlungssaal am Landgericht Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Über die gehörige Portion Naivität des Angeklagten wunderte sich das Gericht am Montag dann doch: „Und Sie glaubten wirklich, dass sich die Kasse so einfach öffnen lässt?“, fragte der Vorsitzende Richter Berthold Pfuhl den wegen Raubes und weiterer Delikte beschuldigten Jeffrey T. (28). „Ja, ich dachte, ich krieg das allein auf“, gab der Leipziger zu. Und räumte ein, dass sein Überfall vom 15. März vorigen Jahres auf die bft-Tankstelle in der Permoserstraße eine „ziemlich dumme Idee“ gewesen sei. Als der Tankstellen-Angestellte kurz nach 5 Uhr den Shop für einen Moment verlassen hatte, soll der Angeklagte hineingestürmt sein, „um Geld zu erbeuten“, sagte Staatsanwältin Daniela Böhme. Der Mitarbeiter habe den Täter aber wieder herausdrängen wollen. Es sei zum Gerangel gekommen. „Dabei schlug der Angeklagte auf den Geschädigten ein“, so die Staatsanwältin weiter. Schließlich flüchtete Jeffrey T. – mit einer Flasche Wein.

Auch bei den anderen ihm angelasteten Straftaten will der Beschuldigte nach eigener Einschätzung „nicht ganz reine im Kopf“ gewesen sein. So steckte er sich am 7. Oktober 2015 im Penny-Markt in der Paunsdorfer Waldkerbelstraße heimlich eine Tüte M&M’s ein. „Ich hatte Hunger, außerdem wegen Drogen schon drei oder vier Tage nicht geschlafen“, berichtete der Angeklagte am Landgericht. Da eine Verkäuferin den Diebstahl vereiteln wollte, soll es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein. Laut Anklage habe Jeffrey T. der Frau gedroht: „Ich hau dir eine rein.“ Weil er dabei nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mit einem Regenschirm in seiner Hand „ein gefährliches Werkzeug“ einsetzte, wird der Fall aufgrund der damit verbundenen höheren Strafandrohung am Landgericht verhandelt. Unmittelbar nach dem Gerangel mit der Verkäuferin soll Jeffrey T. noch mal in den Laden gestürmt sein und zwei weitere Tüten Schokolinsen erbeutet haben. Eine dritte Anklageschrift legte ihm außerdem den Diebstahl von Smarties sowie Red-Bull-Dosen bei Rewe in der Paunsdorfer Allee sowie den Missbrauch einer fremden EC-Geldkarte zur Last. Verteidiger Ingo Stolzenburg wies auf die problematische Kindheit seines vorbestraften Mandanten etwa im Heim sowie auf die Drogenkarriere bereits seit dem 12. Lebensjahr hin. Die Richter wollen am 15. März ihr Urteil sprechen.

Von Sabine Kreuz

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