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Schüsse in Leipziger Eisenbahnstraße: Kommt 28-Jähriger heute wieder frei?

Schüsse in Leipziger Eisenbahnstraße: Kommt 28-Jähriger heute wieder frei?

Die Leipziger Staatsanwaltschaft arbeitet mit Hochdruck an einem Haftantrag für Sooren O. Der 28 Jahre alte Iraner hatte sich am Dienstagmorgen mit seinem Anwalt bei der Polizei gemeldet und behauptet, er sei der Schütze von der Eisenbahnstraße.

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Die Polizei sperrte die Eisenbahnstraße am Montagabend nach der Schießerei ab.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Dort soll der Mann am Montagabend zwei Mazedoniern in Beine und Hüften geschossen haben.

Möglicherweise kommt Sooren O. aber schon heute wieder auf freien Fuß. Die Anklagebehörde muss noch am Mittwoch die Untersuchungshaft beim Ermittlungsrichter beantragen. „Wir prüfen das gerade“, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz gegenüber LVZ-Online.

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Leipzig. War es Rache im Drogenmilieu? Nach der Schussattacke auf einen 28-jährigen Iraner am Montag in der Leipziger Eisenbahnstraße wird das von Ermittlern nicht ausgeschlossen. Die Polizei nahm am Dienstag einen 40-jähriger Mazedonier vorläufig fest. Gegen ihn wurde am Nachmittag Haftbefehl erlassen. Die Sonderkommission (Soko) „Connect“ soll nun mögliche Verbindungen zu ähnlichen Fällen in Leipzig klären.  

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Zunächst müsse ein dringender Tatverdacht vorliegen. Das dürfte unproblematisch sein. Der 28-Jährige sei am Dienstag von der Polizei ausführlich vernommen worden. „Da hat er sich geäußert und auch Einzelheiten berichtet“, so Schulz. Ob diese Angaben aber tatsächlich für die Untersuchungshaft ausreichen, entscheide sich voraussichtlich am Nachmittag. Hauptproblem für die Staatsanwaltschaft ist: Neben dem Tatverdacht muss auch mindestens einer von drei im Gesetz formulierten Haftgründen vorliegen.

1. Verdunklungsgefahr:

Hier stehen nach derzeitigem Kenntnisstand die Chancen ungünstig. Sooren O. hat sich zum Vorfall vom Montag geäußert und auch die mutmaßliche Tatwaffe übergeben. Es liegen derzeit keine Anhaltspunkte vor, dass er in Freiheit weitere Beweismittel vernichtet.

2. Wiederholungsgefahr:

Bisher wird der Iraner nur mit den Schüssen in der Eisenbahnstraße in Verbindung gebracht. Hinweise auf eine Beteiligung an den Übergriffen in Reudnitz vom vergangenen April oder in Leutzsch vom Mai liegen nach Angaben der Polizei nicht vor. Allerdings sind die kriminaltechnischen Untersuchungen an seiner Waffe noch nicht abgeschlossen. Die Ermittler müssten vor dem Richter darlegen, dass O. weiter Gewalttaten verüben wird.

3. Fluchtgefahr:

Die Staatsanwaltschaft müsste nachweisen, dass sich Sooren O. auf freiem Fuß einem weiteren Zugriff der Beamten entziehen will und untertaucht. Das könnte sich aus der Schwere des Tatvorwurfs, mit der Aussicht auf eine langjährige Haftstrafe, ergeben. „Eine gefährliche Körperverletzung ist sicher unproblematisch festzustellen“, erklärte Schulz. Die Staatsanwaltschaft prüfe aber auch einen versuchten Totschlag. Dann müsste der 28-Jährige den Tod der beiden Mazedonier zumindest „billigend in Kauf genommen haben“.

Das ist ein Knackpunkt bei der Formulierung des Haftantrags, räumt auch Schulz ein. Sollte der Tatverdächtige nämlich gezielt in die Beine und nicht wahllos in den unteren Körperbereich geschossen haben, könnte der Richter einen Tötungsvorsatz ablehnen. Übrig bliebe nur die schwere Körperverletzung mit einer weitaus geringeren Strafandrohung als beim Totschlag.

Matthias Roth

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